Politik
Kontrollen am Grenzübergang in Freilassing: Hat die Bundespolizei die Lage im Griff?
Kontrollen am Grenzübergang in Freilassing: Hat die Bundespolizei die Lage im Griff?(Foto: imago/Eibner Europa)

Übertreibt Innenminister Erfolge?: Polizei weist nur 150 Flüchtlinge am Tag ab

Innenminister Thomas de Maizière bemüht sich um den Eindruck: Die Bundespolizei hat die Kontrolle an Deutschlands Grenzen zurückgewonnen. Dabei operiert er mit Zahlen, die zumindest ein bisschen übertrieben sind.

In den vergangenen Wochen sind offenbar weit weniger Flüchtlinge an den Grenzen abgewiesen und erkennungsdienstlich behandelt worden, als zuletzt von Innenminister Thomas de Maizière behauptet. Tatsächlich schwanke die Zahl zwischen 80 und 150 Zurückweisungen, berichtet die Huffington Post unter Berufung auf ein Dokument der Bundespolizei.

Der CDU-Politiker hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, die Bundespolizei verweigere "täglich zwischen 100 und 200 Personen" die Einreise. Das Papier weist demnach die Anzahl der zurückgewiesenen Flüchtlinge nach Tagen aus. am 23. Januar seien es 72 gewesen, an keinem der Tage überstieg die Zahl 150.

Des Weiteren geht laut Huffington Post aus dem Dokument hervor, dass nur ein Teil der Einreisenden erkennungsdienstlich behandelt werden. So seien etwa von den 1917 am 22. Januar angekommenen Flüchtlingen nur bei weniger als 700 Fingerabdrücke genommen worden. Die "Bild am Sonntag" hatte unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtet, die Polizei erfasse täglich etwa 3500 Flüchtlinge. Damit würden "nahezu alle Asylsuchenden bereits grenznah und schon vor der Verteilung in die Bundesländer erfasst.

Nach Angaben der Huffington Post liegen die offiziellen Zahlen dem Innenministerium vor. Das Papier sei von der Bundespolizei an das Haus von Thomas de Maizière weitergeleitet worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass de Maizière damit auffällt, es mit Zahlen in der Flüchtlingskrise nicht ganz genau zu nehmen. So hatte er im vergangenen Herbst behauptet, rund 30 Prozent aller einreisenden Syrer hätten gefälschte Pässe bei sich. Später musste sein Haus einräumen, dass es eine solche Statistik gar nicht gibt.

Quelle: n-tv.de

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