Politik

Ermordet von Paris-Attentätern: Polizist Ahmed wird zum Symbol

Muslime in Frankreich leiden schon jetzt darunter, dass man sie mit den Attentätern von Paris in die gleiche Ecke stellt. Ahmed Merabet wird darum nun zum Symbol: Der Muslim starb, weil er die Redaktion von Charlie Hebdo schützen wollte.

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Unter dem Twitter-Hashtag "#JeSuisCharlie" haben Tausende Twitter-User ihre Solidarität mit den "Charlie-Hebdo"-Redakteuren ausgedrückt, die am Mittwoch bei einem Terroranschlag getötet wurden. Jetzt machen auch viele auf die getöteten Polizisten aufmerksam, besonders auf Ahmed Merabet. Denn Merabets Schicksal zeigt, dass es bei diesem Terroranschlag nicht um einen Kampf von Muslimen gegen Nicht-Muslime geht: Ahmed Merabet war schließlich selbst Muslim. Und auch unter den getöteten Redakteuren war ein Muslim.

Ein Journalist verbreitete ein Bild auf Twitter, das auf banale Art ausdrückt, dass man Muslimen nicht pauschal eine Nähe zu Terroristen unterstellen darf. Das Bild zeigt einen Screenshot aus dem bekannt gewordenen Video des Anschlags. Links steht der maskierte Attentäter mit seinem Maschinengewehr, rechts liegt der wehrlose Polizist, offensichtlich angeschossen.

"Für den Fall, dass Sie durcheinander sind" steht über dem Bild. Links unten: "Dies ist ein Terrorist." Rechts unten: "Dies ist ein Muslim."

Weil gerade diese, eigentlich simple Differenzierung von rechten Scharfmachern nicht vorgenommen wird, weisen bei Twitter nun Tausende darauf hin. Der Hashtag "#JeSuisAhmed" steht für eine Solidarisierung mit dem getöteten Polizisten - und damit stellvertretend für eine Solidarität mit den Muslimen, die in den kommenden Wochen und Monaten darunter werden leiden müssen, dass man sie für Sympathisanten von Terroristen hält.

In dem Video, aus dem der Screenshot stammt, ist nicht nur zu sehen, wie der Attentäter auf Merabet zugeht. Danach hält er seine Kalaschnikow auf den Muslim und erschießt ihn aus nächster Nähe.

Quelle: n-tv.de

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