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Präsident Putin und Prinz Bandar sind alte Bekannte - das Foto entstand bei einem Besuch des Geheimdienstchefs im Kreml 2007.
Präsident Putin und Prinz Bandar sind alte Bekannte - das Foto entstand bei einem Besuch des Geheimdienstchefs im Kreml 2007.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kein Hinterzimmer-Deal mit saudischem Geheimdienstchef: Putin hält trotz Riesenofferte an Assad fest

Eine Menge Geld und mehr Einfluss in der arabischen Welt: Beides könnte Russland exzellent gebrauchen. Glaubt man einschlägigen Diplomatenkreisen, stellt Saudi-Arabien genau das in Aussicht - falls Wladimir Putin im Gegenzug seine Unterstützung für das Assad-Regime aufgibt. Aber so verlockend das Angebot auch sein mag, die russische Position in der Syrien-Frage scheint nicht verhandelbar.

Russland hat sich offenbar auch durch ein Milliardenangebot Saudi-Arabiens nicht von seiner Unterstützung für Syriens Staatschef Baschar al-Assad abbringen lassen. Der Golfstaat habe Moskau einen größeren Einfluss in der Region sowie den Kauf von russischen Waffen im Wert von elf Milliarden Euro in Aussicht gestellt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr. Im Gegenzug sollte Moskau demnach seinen Verbündeten fallen lassen. Präsident Wladimir Putin habe Riad aber abblitzen lassen.

Putin hatte den Geheimdienstchef Saudi-Arabiens, Prinz Bandar bin Sultan, am 31. Juli getroffen. Während des Gesprächs im Kreml sei Moskau neben dem Waffenkauf und "beträchtlichen Investitionen" in Russland auch Unterstützung dabei angeboten worden, künftig eine größere Rolle im Nahen Osten zu spielen, sagte ein europäischer Diplomat. Der Gesandte Saudi-Arabiens habe auch zugesagt, Russlands Gasexport durch Syrien in Richtung Europa vor einer möglichen Konkurrenz durch andere Golfstaaten zu schützen.

Ein arabischer Diplomat mit Kontakten nach Moskau sagte: "Präsident Putin hörte seinem Gesprächspartner freundlich zu und ließ ihn dann wissen, dass sein Land seine Strategie nicht ändern werde." Eine offizielle Stellungnahme zum Inhalt des Gesprächs liegt nicht vor. Der Militärexperte Alexander Golz von der oppositionellen Zeitung "Ejednewi" hält ein solches Abkommen aber ebenfalls für "äußerst unwahrscheinlich". Die Unterstützung Assads sei für Putin eine Frage des Prinzips, sagte er.

In Syrien hatte Mitte März 2011 ein Aufstand gegen Assad begonnen, der sich zu einem Bürgerkrieg ausweitete. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bislang mehr als 100.000 Menschen getötet. 1,8 Millionen Syrer wurden in Nachbarländer vertrieben.

Quelle: n-tv.de

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