Politik

Platzwechsel auf dem Tandem: Putin soll Präsident werden

Wladimir Putin kehrt aller Voraussicht nach im kommenden Jahr wieder in den Kreml zurück. Staatschef Medwedew schlägt den Premier als Kandidaten für die Wahl vor und darf die Partei Geeintes Russland im Gegenzug in den Parlamentswahlkampf führen. Es gilt als sicher, dass beide die Wahlen gewinnen.

Wladimir Putin und Dmitri Medwedew.
Wladimir Putin und Dmitri Medwedew.(Foto: REUTERS)

Der mächtigste Mann Russlands wird bald auch wieder offiziell an der Spitze des Staates stehen: Russlands Staatschef Dmitri Medwedew schlug Premier Wladimir Putin als Kandidaten für die Präsidentenwahl im März 2012 vor. Er hielte es für richtig, wenn die Regierungspartei Geeintes Russland den Parteivorsitzenden nominiere, sagte Medwedew auf dem Parteitag in Moskau vor tausenden begeisterten Anhängern.

Putin nahm den Vorschlag an. Sein Sieg bei der Präsidentenwahl gilt als so gut wie sicher. Hingegen soll Medwedew Geeintes Russland als Spitzenkandidat in die Parlamentswahl am 4. Dezember 2011 führen und kann damit unter Putin Regierungschef werden. "Ich bin sicher, dass Einiges Russland gewinnen wird", sagte Putin. "Auf Grundlage dieser Unterstützung der Bevölkerung wird Dmitri Anatolewitsch (Medwedew) eine neue, junge, effektive und energische Mannschaft zusammenstellen können und die Regierung Russlands führen." Medwedew sagte dazu, er sei bereit, künftig "praktische Arbeit" zu leisten, um das Land zu modernisieren.

Bislang hatten sich Putin und Medwedew in Schweigen darüber gehüllt, wer bei den Präsidentschaftwahlen antreten würde. Putin betonte, er und Medwedew hätten sich "seit langem, vor Jahren" in der Frage einer künftigen Rollenverteilung geeinigt. Medwedew sagte: "Was wir dem Parteitag vorschlagen ist eine wohldurchdachte Entscheidung. Ich will eine Sache betonen: Wir haben immer die Wahrheit gesagt."

Putin war von 2000 bis 2008 Staatschef und machte den Präsidentenposten für Medwedew frei, da er nach zwei Legislaturperioden gemäß der Verfassung nicht noch einmal kandidieren durfte. Nach einer vierjährigen Pause als Premier ist eine erneute Kandidatur aber möglich. Medwedew hatte mehrfach angekündigt, nicht gegen Putin antreten zu wollen.

"Was wir diesem Parteitag anbieten, ist eine tief durchdachte Lösung", sagte Medwedew auf dem live im Staatsfernsehen übertragenen Kongress. "Ich bin bereit zur Regierungsarbeit." Tausende Parteimitglieder und Gäste bejubelten die Entscheidung mit lang andauerndem Beifall. Zuvor war das Führungstandem unter rhythmischem Klatschen Seite an Seite in den Luschniki-Sportpalast geschritten.

"Wir wollen bei den Wahlen siegen, damit unser Land nicht wieder in die Klauen derer gerät, die es zerstören wollen", sagte Medwedew. Geeintes Russland habe dem Land nach den chaotischen 1990er Jahren Stabilität verliehen. "Alle sollten sich daran erinnern, dass sich unser Land vor noch nicht allzu langer Zeit in einer tiefen Systemkrise befand." Nach seiner Rede wurde der amtierende Kremlchef von seinem designierten Nachfolger Putin umarmt. "Gemeinsam siegen wir", sagte der Premier.

 

 

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Quelle: n-tv.de

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