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Wladimir Putin.
Wladimir Putin.(Foto: REUTERS)

Kinder bleiben in Russland: Putin verbietet US-Adoptionen

Mit aller Härte reagiert Russland auf US-Sanktionen gegen russische Beamte, die gegen Menschenrechte verstoßen. Doch die Leidtragenden sind in erster Linie nicht Amerikaner, sondern russische Waisenkinder.

US-Familien dürfen keine russischen Kinder mehr adoptieren. Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete trotz Protesten vieler Russen das umstrittene Verbot. Der Chef des Kreml-Menschenrechtsrates, Michail Fedotow, bedauerte den Schritt. Von dem Adoptionsstopp seien aktuell 52 Kinder betroffen, die bereits Zusagen für US-Familien hatten, sagte der Kinderschutzbeauftragte Pawel Astachow. Der Putin-Getreue und ehemalige KGB-Mann unterstützt allerdings das Verbot und versicherte, die Kinder sollen nun in Russland unter persönlicher Kontrolle der Gouverneure vermittelt werden.

Das Adoptionsverbot ist Teil eines anti-amerikanischen Gesetzes, mit dem Moskau auf explizit auf US-Sanktionen gegen russische Beamte wegen Menschenrechtsverletzungen antwortet. Anlass für das jüngst von US-Präsident Barack Obama unterzeichnete Gesetz war der Tod des Anwalts Sergej Magnitski, der nach dem Aufdecken eines Korruptionsfalls 2009 in einem Moskauer Gefängnis nach Misshandlungen und an den Folgen unterlassener Hilfeleistung starb. Die sogenannte Magnitski-Liste enthält die Namen russischer Beamter, die aus US-Sicht verantwortlich für den Tod des Anwalts sind und deshalb mit Sanktionen belegt wurden - beispielsweise Einreiseverbote und Kontosperren.

Zudem kündigt Russland zum 1. Januar 2013 ein erst im Sommer 2011 geschlossenes Adoptionsabkommen mit den USA auf. US-Familien hatten in den vergangenen 20 Jahren rund 60.000 russische Kinder aufgenommen – darunter überdurchschnittlich viele behinderte Kinder.

Putin unterzeichnete zugleich einen Erlass, der bessere Staatshilfen für Waisen vorsieht. Derzeit wachsen nach offiziellen Angaben etwa 650.000 Kinder in Russland in Heimen auf. Kritiker betonen, dass viele dieser Kinder in Russland kaum Aussichten auf eine glückliche Zukunft haben. Die Zustände vieler Heime seien besorgniserregend, Pflege und Ausbildung seien mangelhaft.

Quelle: n-tv.de

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