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Russische Soldaten bei einem Manöver in der Region Wolgograd: 17.600 Mann sollen von dem Abzugsbefehl betroffen sein.
Russische Soldaten bei einem Manöver in der Region Wolgograd: 17.600 Mann sollen von dem Abzugsbefehl betroffen sein.(Foto: imago/ITAR-TASS)

17.600 Soldaten beenden Manöver: Putin zieht Truppen von Grenze zu Ukraine ab

Mit dem angeordneten Rückzug Tausender Soldaten von der russisch-ukrainischen Grenze kommt Russlands Präsident Putin einer wichtigen Forderung Kiews und der Nato nach. Die Anweisung findet kurz vor den geplanten Friedensgesprächen in Italien statt.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Abzug der Armee von der Grenze zur Ukraine angeordnet. Wie Putins Sprecher Dmitri Peskow in der Nacht mitteilte, habe "der Staatschef den Verteidigungsminister angewiesen, den Rückzug der Soldaten in ihre Kasernen zu starten". Die Anweisung Putins entspricht einer der Kernforderungen Kiews und der Nato im Bemühen um eine Deeskalation des Konfliktes in der Ostukraine. Diese kritisierten die Stationierung der russischen Truppen in der Nähe des Kampfgebietes als Provokation.

Der Anordnung aus dem Kreml ging ein Treffen Putins mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu voraus. Nach Angaben des Kreml betrifft der Rückzugsbefehl rund 17.600 Soldaten, die im Sommer Manöver in der südlichen Region Rostow nahe der Grenze zur Ukraine abgehalten hatten.

Wenige Stunden vor der Ankündigung aus Moskau sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, dass er in der kommenden Woche mit Putin in Mailand über eine Beilegung des Konfliktes zwischen der Armee der Ukraine und prorussischen Separatisten sprechen wolle. In der norditalienischen Stadt findet am kommenden Donnerstag und Freitag ein Europa-Asien-Gipfel statt.

Vor dem Beschluss der Feuerpause in der Ostukraine am 5. September hatte es Berichte über russische Kämpfer in den Reihen der moskautreuen Separatisten sowie über Waffenlieferungen über die Grenze gegeben, die der Kreml stets zurückwies. Zu in der Ukraine aufgegriffenen russischen Soldaten hieß es aus dem Kreml, dass diese sich entweder "zufällig" über die Grenze verirrt oder auch ohne offizielle Anweisung ihren Urlaub in der umkämpften Region des Nachbarstaates verbracht hätten.

Quelle: n-tv.de

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