Politik
Video

Nato schlägt Alarm: Putins Langstreckenbomber über Europa

Die russische Luftwaffe hält die Nato auf Trab. Einflüge über der Nord- und Ostsee, aber auch über dem Schwarzen Meer erinnern ein wenig an die Zeiten des Kalten Kriegs. Die Nato sieht Risiken für die Zivilluftfahrt.

Die Nato hat "umfangreiche" russische Luftwaffenaktivitäten in Europa beobachtet. Am Dienstag und Mittwoch seien vier Verbände mit insgesamt 26 russischen Kampfflugzeugen abgefangen worden, teilte das Nordatlantische Bündnis in Brüssel mit. Die Nato wies darauf hin, dass das unangemeldete Fliegen von Kampfjets Gefahren für die zivile Luftfahrt berge. An den Abfangmanövern waren auch deutsche Eurofighter beteiligt.

Politisch brisante Begegnung im europäischen Luftraum: Ein norwegischer Abfangjäger vom Typ F-16 (l.) kontrolliert einen russischen Tu-95-Bomber über dem Nordmeer.
Politisch brisante Begegnung im europäischen Luftraum: Ein norwegischer Abfangjäger vom Typ F-16 (l.) kontrolliert einen russischen Tu-95-Bomber über dem Nordmeer.(Foto: picture alliance / dpa)

"Diese umfangreichen Flüge Russlands bedeuten ein ungewöhnlich hohes Niveau von Luftaktivitäten im europäischen Luftraum", erklärte die Nato. Die russischen Langstreckenbomber, Kampfjets und Tankflugzeuge seien zu "Manövern" über der Ostsee, der Nordsee und dem Schwarzen Meer im Einsatz gewesen. Unter den Langstreckenbombern seien auch Bomber vom Typ TU-95 gewesen, die bei Bedarf mit Nuklearwaffen bestückt werden können.

Die russischen Flugzeuge wurden laut Nato während der gesamten Dauer ihrer Flüge von Kampfjets verschiedener Nato-Staaten begleitet und von der Nato-Luftraumüberwachung am Boden verfolgt.

Flüge nicht angemeldet, kein Funkkontakt

In der Nacht zum Mittwoch stiegen zunächst türkische Kampfflugzeuge auf, um je zwei russische Kampfflugzeuge und zwei Bomber über dem Schwarzen Meer abzufangen. Am Nachmittag bewegte sich zudem eine Flotte von mindestens sieben russischen Flugzeugen über der Ostsee, wo im Rahmen der gemeinsamen Luftraumüberwachung portugiesische Flugzeuge aufstiegen, um die Gruppe abzufangen.

Ebenfalls am Mittwoch sorgte eine Gruppe von acht russischen Flugzeugen über der Nordsee für Unruhe. Seitens der Nato begleiteten norwegische, britische und portugiesische Kampfflugzeuge den Verband entlang der norwegischen Küste teilweise bis nach Portugal.

Die Flüge waren von der russischen Luftwaffe nicht angemeldet worden. Es gab auch keinen Funkkontakt sowie keine Transponder-Signale, um die Flüge für die zivile Luftraumüberwachung sichtbar zu machen.

Auch deutsche Abfänger im Einsatz

Deutsche Eurofighter-Typhoon-Maschinen stiegen bereits am Dienstag zu einem Abfangmanöver über dem Finnischen Meerbusen auf. Sie gehören zu einem baltischen Luftüberwachungsverband. Flugzeuge aus Schweden und Finnland, die nicht zur Nato gehören, beteiligten sich demnach am Abfangen der russischen Flieger. Die Flüge waren zwar angemeldet und auf zivilen Radars erkenntlich, allerdings war kein Funkkontakt möglich. Nach Nato-Angaben wurden seit Jahresbeginn in mehr als 100 Fällen russische Flugzeuge abgefangen, was rund drei Mal mehr sei als noch 2013.

Die Entsendung von Kampfjets ist ein Standardverfahren, wenn sich nicht identifizierte Flugzeuge dem Nato-Luftraum nähern. Anfang Oktober hatte ein Nato-Vertreter die erhöhten russischen Luftraumaktivitäten damit erklärt, dass Russland die Verteidigung der Nato-Staaten testen wolle. Mit Blick auf den Konflikt zwischen dem Westen und Russland über die territoriale Integrität der Ukraine hatte die Nato die gemeinsame Luftraumüberwachung an ihrer Grenze zu Russland schon vor Monaten verstärkt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen