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Nachtspeicherheizungen sind Geräte, die nachts, wenn der Strom billig ist, Wärme produzieren, diese speichern und tagsüber, wenn der Strom teurer ist, wieder abgeben. (Foto: Franziska Koark)
Nachtspeicherheizungen sind Geräte, die nachts, wenn der Strom billig ist, Wärme produzieren, diese speichern und tagsüber, wenn der Strom teurer ist, wieder abgeben. (Foto: Franziska Koark)

Zweiter Frühling für Nachtspeicheröfen: RWE setzt auf Uralt-Technik

Nachtspeicheröfen sollten ab 2020 in Deutschland nicht mehr betrieben werden. Jetzt wollen die Energiekonzerne mit den veralteten Stromfressern sogar die Energiewende vorantreiben. Noch ziert sich die Bundesregierung. Die Stromriesen nehmen jede Möglichkeit, um Energie zwischenzulagern.

Entsorgung von Nachtspeicheröfen in einer bayerischen Firma.
Entsorgung von Nachtspeicheröfen in einer bayerischen Firma.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Mehrere Energiekonzerne wollen offenbar die als Stromfresser bekannte Nachtspeicherheizung wiederbeleben und zu einem wichtigen Instrument der Energiewende machen. Der RWE-Konzern plane, sie mit moderner Regeltechnik auszustatten und als Energiespeicher für schwankende Strommengen aus Windkraftwerken zu nutzen, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD). Ein Praxistest mit 50 Wohnungen sei erfolgreich verlaufen, sagte der Technikchef der RWE-Effizienztochter, Norbert Verweyen, der "FTD".

Technisch funktioniere das System schon heute, so Verweyen. Wenn der Konzern jetzt noch nachweisen könne, dass es sich auch wirtschaftlich rechne, könne man damit ab 2014 auf den Markt kommen. Auch der Konkurrent EnBW spiele ein solches Modell durch.

Dafür müsste allerdings das für 2019 geplante Verbot für den Verkauf von Speicherheizungen fallen. Zudem hatte die Bundesregierung bereits vor Monaten dementiert, dass das geplante Verbot der Wohnzimmer-Dinosaurier gekippt werden könnte, um die Heizungen als Energiespeicher für überschüssigen Ökostrom zu nutzen.

Unmengen Strom gehen verloren

Die Vorstöße zeigen indes, wie verzweifelt Stromversorger jede Möglichkeit nutzen, Energie zwischenzulagern. Pumpspeicherkraftwerke reichen als natürliche "Akkus" immer weniger aus, um die schwankenden Mengen Ökostrom aufzunehmen. Laut "FTD" mussten 2011 dreimal so viele Windräder zwangsweise stillstehen wie im Jahr zuvor. Die Energie habe weder abtransportiert noch zwischengelagert werden können. Nach Angaben des Windenergieverbandes gingen somit rund 407 Gigawattstunden Strom verloren. Damit hätte eine Stadt mit 125.000 Einwohnern ein Jahr lang versorgt werden können.

Quelle: n-tv.de

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