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Den letzten Antrag von Ralf Wohlleben auf Haftentlassung hatte das Gericht abgelehnt.
Den letzten Antrag von Ralf Wohlleben auf Haftentlassung hatte das Gericht abgelehnt.(Foto: imago/Sebastian Widmann)

Flucht "nicht im Ansatz ersichtlich": Ralf Wohlleben verlangt Haftentlassung

Seit 2011 sitzt Ralf Wohlleben in Untersuchungshaft. Zuletzt hatte der Angeklagte im NSU-Prozess sein Schweigen gebrochen. Mit dieser Kooperationsbereitschaft begründet seine Anwältin auch den Antrag auf Haftentlassung. Es ist nicht der erste.

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat erneut die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Wohlleben ist einer der Angeklagten im Münchner NSU-Prozess und hatte nach zweieinhalb Jahren Prozessdauer mit einer Aussage und der Beantwortung von Fragen sein bisheriges Schweigen gebrochen.

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Seine Anwältin Nicole Schneiders schrieb dem Münchner Oberlandesgericht, nach der umfassenden Einlassung ihres Mandanten sei ein dringender Tatverdacht gegen ihn nicht mehr zu begründen. Außerdem fehle es an Haftgründen. Flucht oder Verdunkelungsgefahr seien "nicht im Ansatz ersichtlich". Zuletzt hatten Wohllebens Anwälte im vergangenen Oktober die Haftentlassung beantragt.

Das Gericht lehnte sie jedoch ab. Wohlleben ist im NSU-Prozess angeklagt, weil er nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die Mordwaffe vom Typ "Ceska" organisiert haben soll. Mit dieser Pistole sollen die beiden mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Mordopfer getötet haben.

Hauptangeklagte in dem Mammutprozess ist Beate Zschäpe. Sie ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich als mutmaßliche Mittäterin für alle Verbrechen der Gruppe verantworten. Zschäpe wie Wohlleben sitzen seit dem Auffliegen des NSU im November 2011 in U-Haft.

Quelle: n-tv.de

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