Politik
Alice Weidel - hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim.
Alice Weidel - hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim.(Foto: REUTERS)
Samstag, 09. September 2017

AfD-Spitzenkandidatin dementiert: Rassistische E-Mail von Alice Weidel?

Korrupte Justiz bis nach Karlsruhe, inszenierte "Überfremdung" mit Ziel eines Bürgerkrieges und die Bundesregierung als Marionette - so wird Deutschland in einer E-Mail beschrieben. Die Verfasserin ist angeblich AfD-Spitzenkandidatin Weidel. Die widerspricht.

Der "Welt am Sonntag" liegt nach eigenen Angaben eine brisante E-Mail der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel vor. Eine auf den 24. Februar 2013 datierte Nachricht von Weidel an einen Vertrauten enthalte demnach "rassistische Bemerkungen und demokratieverachtende Thesen". Der Zeitung lägen zudem eine eidesstattliche Versicherung und weitere Aussagen vor, aus denen hervorgeht, dass Weidel den Text verfasst habe. Sie stammen demnach "aus dem ehemaligen Bekanntenkreis von Alice Weidel in Frankfurt am Main". Weidel bestreitet, die Verfasserin des Textes zu sein.

Die "Wams" veröffentlichte den Wortlaut der angeblichen E-Mail Weidels. Darin würden Araber, Sinti und Roma als "kulturfremde Völker" bezeichnet, von denen "wir (..) überschwemmt werden". Die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel werde verunglimpft, berichtete die Zeitung unter Verweis auf einen weiteren Auszug aus der Nachricht: Darin ist von "Schweinen" die Rede, die "Marionetten der Siegermächte" des Zweiten Weltkriegs seien. Deutschland sei nicht souverän. Man werde von "Verfassungsfeinden" regiert, deren Aufgabe es sei, "das dt(sic!) Volk klein zu halten indem molekulare Bürgerkriege in den Ballungszentren durch Überfremdung induziert werden sollen".

Zudem behaupte die heutige Politikerin, dass die deutsche Justiz bis zum Verfassungsgericht hinauf korrupt sei. Weidel habe damals begonnen, sich in dem AfD-Vorläufer "Wahlalternative 2013" zu engagieren, so die "WamS".

AfD-Sprecher Christian Lüth sagte, Weidel habe ihm versichert, diese Mail stamme nicht von ihr. Es sei "eine Fälschung". Der Empfänger der Mail führte gegenüber der Zeitung zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Betreffzeile der Mail auf ein Gespräch mit ihm beziehe, und sie diese wie üblich mit ihrem früheren Spitznamen "Lille" gezeichnet habe.

Dem Bericht zufolge kündigten zwei Frauen aus dem Frankfurter Bekanntenkreis im Jahr 2016 Alice Weidel schriftlich die Freundschaft. Darin schrieben die Verfasserinnen, sie hätten sich selten "so in einem Menschen getäuscht". Die Politikerin sei besonders für die "Brandstiftung" ihrer Partei verantwortlich. "Mit Leuten wie Dir wird die AfD wirklich gefährlich", wird aus dem Brief zitiert.

Quelle: n-tv.de

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