Freitag, 04. Dezember 2009
Drei Minister in Somalia ermordet: Rebellen beschuldigen Regierung
Es war einer von vielen Anschlägen in Somalia - allerdings mit verheerender Wirkung. Mindestens 22 Menschen starben am Donnerstag, unter ihnen drei vom Westen unterstützte Minister. Die größte Rebellengruppe des Landes weist aber alle Verantwortung von sich und kennt auch die Schuldigen: "Es ist ein Komplott der Regierung gewesen."
Viele Personen wurden verletzt.
(Foto: REUTERS)
"Jeder weiß, dass es einen Machtkampf innerhalb der Regierung gibt", erklärte der Rebellen-Sprecher. "Wir wissen, dass einige sogenannte Regierungsvertreter den Tatort nur wenige Minuten vor dem Anschlag verlassen haben. Es ist also offensichtlich, wer hier hinter dem Anschlag steht."
Ein Selbstmordattentäter hatte am Donnerstag eine Bombe auf einer Examensfeier für Universitätsabsolventen gezündet. Das Hotel, in dem die Feier stattfand, war nach Berichten eines Reuters-Reporters voll mit Hochschülern, ihren Eltern und offiziellen Vertretern besetzt.
Immer wieder Anschläge von Islamisten
Die islamistische Gruppe Al-Shabaab gilt als somalischer Al-Kaida-Ableger. Die Gruppe hatte im September bei einem Anschlag auf das Hauptquartier der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) 17 Soldaten getötet. Im Juli kamen bei einem Anschlag der Gruppe im zentralsomalischen Baladwayne der Sicherheitsminister und mindestens 30 weitere Menschen ums Leben.
Die Regierung in Somalia hat über weite Teile des Landes die Kontrolle an islamistische Rebellen verloren, die in dem afrikanischen Land einen Gottesstaat errichten wollen. Die Aufständischen setzen in vielen Regionen mit teils grausamer Brutalität die Scharia um. So werden etwa Dieben die Hände abgetrennt. Die weitgehende Anarchie im Land wirkt sich auch auf die Seefahrt um das Horn von Afrika aus, wo Piraten in den vergangenen Monaten zahlreiche Schiffe entführt haben, um Lösegeld zu erpressen.
dpa
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