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Ein Wohnhaus in Donezk nach Beschuss. Zehntausende sind aus der Stadt geflohen.
Ein Wohnhaus in Donezk nach Beschuss. Zehntausende sind aus der Stadt geflohen.(Foto: dpa)

"Wir sind hoch diszipliniert": Rebellen geben Hinrichtungen zu

Was bislang nur ein Vorwurf war, wird nun von einem Mitglied der Führung der "Volksrepublik Donezk" bestätigt. Die Separatisten in der Ukraine haben in Slawjansk "Hinrichtungen" durchgeführt.

Ein Berater des Anführers der prorussischen Milizen in der Ostukraine hat eingeräumt, dass die Separatisten an Menschen "Hinrichtungen" durchgeführt haben. Igor Druz sagte der BBC, dies sei geschehen, "um Chaos zu vermeiden".

Wer die Opfer dieser Hinrichtungen waren, geht aus dem Artikel nicht hervor. Druz sagte jedoch, damit sei den prorussischen Kämpfern ein wichtiges Signal gesandt worden. "Bei mehreren Anlässen, im Ausnahmezustand, haben wir Hinrichtungen durch Erschießen durchgeführt, um Chaos zu vermeiden. Ein Ergebnis ist, dass unsere Truppen, jene, die sich aus Slawjansk zurückgezogen haben, hoch diszipliniert sind."

Die Vereinten Nationen haben den Separatisten erst kürzlich vorgeworfen, eine Schreckensherrschaft errichtet zu haben. Menschen würden entführt, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet, um die Bevölkerung einzuschüchtern, heißt es in einem Bericht der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay.

Berater von Igor Strelkow

Die Rebellenhochburg Slawjansk war Anfang Juli von ukrainischen Truppen eingenommen worden. Dem Bericht zufolge ist Druz Berater von Igor Strelkow, dem russischen "Verteidigungsminister" der "Volksrepublik Donezk", auch bekannt als Igor Girkin.

In dem Interview nannte Druz die ukrainische Regierung eine terroristische Organisation, die Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung verübe. "Sie bombardieren unsere Städte und beschuldigen dann unsere Kämpfer. Das ist Unsinn. Warum sollten wir Städte bombardieren, die unter unserer Kontrolle sind?"

Der BBC-Bericht betont, dass Flüchtlinge aus der Ostukraine gesagt hätten, dass sie glaubten, dass die ukrainische Regierung Wohngebiete beschießen lässt. Der Pillay-Bericht hatte beiden Konfliktparteien vorgeworfen, schweres Kriegsgerät wie Panzer, Artillerie und Raketen in Wohngebieten einzusetzen.

Quelle: n-tv.de

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