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An einem Kontrollpunkt der ukrainischen Armee in der Nähe von Luhansk.
An einem Kontrollpunkt der ukrainischen Armee in der Nähe von Luhansk.(Foto: REUTERS)

Ukraine: Kampf um jeden Meter: Rebellen planen "Generalmobilmachung"

Nach gescheiterten Friedensgesprächen droht der Konflikt in der Ukraine zu einem Bruderkrieg zu werden. Die Rebellen kündigen eine "Generalmobilmachung" an, die USA wollen die Regierungsarmee mit Waffen unterstützen. In Berlin hört man das nicht gern.

Prorussische Rebellen in der Ostukraine haben eine "Generalmobilmachung" angekündigt. Die Aktion sei in zehn Tagen geplant und betreffe 10.000 Personen, sagte der Anführer der Aufständischen in der von ihnen ausgerufenen Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, laut der russischen Nachrichtenagentur RIA. In anderen Berichten war sogar von 100.000 neuen Kämpfern die Rede. Wie die Mobilmachung durchgesetzt werden soll, gab er nicht bekannt.

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In Russland befürchten einer Umfrage zufolge immer mehr Menschen eine weitere Eskalation des Konflikts. Die Zahl derer, die einen offenen Krieg zwischen Russland und der Ukraine für "ziemlich wahrscheinlich" halten, sei innerhalb von drei Monaten von 17 auf 26 Prozent gestiegen, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom mit. Zehn Prozent der etwa 1600 Befragten sagten gar, in ihren Augen sei ein solcher Bruderkrieg bereits im Gange.

USA wollen Waffen liefern

Derweil schließen die USA Waffenlieferungen an die ukrainische Armee nicht mehr aus. Die "New York Times" hatte unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtet, US-Außenminister John Kerry und US-Generalstabschef Martin Dempsey seien bereit, über Waffenlieferungen in die Ukraine zu sprechen.

Auch die Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, erwäge, ihren Widerstand gegen die Bereitstellung von Waffen aufzugeben. Ein unabhängiger Bericht der Regierung in Washington werde empfehlen, der Ukraine unter anderem Schutzwaffen, Spähdrohnen und Panzerabwehrraketen im Wert von drei Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen.

Berlin spricht Warnung aus

Die Regierungskoalition aus Union und SPD zeigt sich alarmiert über die Berichte. "Waffenlieferungen der USA an die Ukraine wären ein gefährlicher Schritt, der schnell eine weitere Eskalation nach sich ziehen könnte", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Niels Annen. Der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen. Die ukrainische Führung habe dies mit ihrer gescheiterten Offensive bereits einmal schmerzvoll erfahren müssen. "Der Verhandlungsweg ist mühsam, aber richtig", sagte Annen. "Daran sollten wir gemeinsam mit den USA festhalten."

Die Kämpfe zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten haben in den vergangenen Wochen zugenommen. Auch die Regierung in Kiew hat mehr Truppen mobilisiert. Zuletzt wurden Friedensgespräche am Samstag ergebnislos abgebrochen.

Quelle: n-tv.de

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