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Militärangehörige werden verhaftet, weil sie am Putschversuch beteiligt gewesen sein sollen. Nun trifft es auch die Polizisten selbst.
Militärangehörige werden verhaftet, weil sie am Putschversuch beteiligt gewesen sein sollen. Nun trifft es auch die Polizisten selbst.(Foto: AP)
Montag, 18. Juli 2016

Nach Putschversuch: Regierung suspendiert 13.000 Beamte

Zwei Tage nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei zeigt sich, wie ernst es Recep Tayyip Erdogan mit der "Säuberung aller staatlichen Institutionen" meint. Mehr als 13.000 Staatsbedienste lässt er absetzen.

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Nach dem Putschversuch in der Türkei sind Angaben der Regierung zufolge mehr als 13.000 Staatsbedienstete suspendiert worden. Darunter seien 2745 Justizbeamte sowie fünf Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwaltschaft (HSYK), sagte Ministerpräsident Binali Yildirim in Ankara. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu fällt der größte Teil der Suspendierungen in den Bereich der Polizei: 7899 Polizisten seien betroffen, meldete Anadolu.

Nicht in der Zahl der Suspendierungen enthalten sind die 6038 Soldaten, die nach Angaben von Yildirim bislang festgenommen wurden. Insgesamt kam es nach seinen Angaben zu 7543 Festnahmen seit dem Putschversuch vom Freitagabend. Festgenommen wurden demnach neben den 6038 Soldaten, 100 Polizisten, 755 Richter und Staatsanwälte sowie 650 weitere Zivilisten.

Razzia in Militärakademie der Luftwaffe

Am Morgen durchsuchten Sondereinheiten der Polizei zudem die renommierte Militärakademie der Luftwaffe in Istanbul. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, sei dabei auch General Mehmet Disli festgenommen worden, der während des Putschversuchs Generalstabschef Hulusi Akar habe festnehmen lassen.

Erdogan hat den islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich gemacht, der jedoch jede Verwicklung abstreitet. Das harte Vorgehen gegen die mutmaßlichen Putschisten und Gegner sorgte im Ausland für besorgte Reaktionen. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief zur Bewahrung der Rechtsstaatlichkeit auf.

Quelle: n-tv.de

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