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Waffen und Militaria werden bei Durchsuchungen in der sogenannten Reichsbürgerszene immer häufiger entdeckt.
Waffen und Militaria werden bei Durchsuchungen in der sogenannten Reichsbürgerszene immer häufiger entdeckt.(Foto: picture alliance / dpa)

Verfassungsschutz zeigt sich besorgt: "Reichsbürger" tragen zunehmend Waffen

Sie erkennen die Bundesrepublik nicht an, bekämpfen die Demokratie - und tragen zunehmend Waffen: Die sogenannte Reichsbürgerszene in Brandenburg verzeichnet derzeit massiven Zulauf. Der deutsche Geheimdienst beobachtet das mit Sorge.

Brandenburgs Verfassungsschutz hat vor bewaffneten sogenannten Reichsbürgern gewarnt. "Wir beobachten mit großer Sorge, dass im Reichsbürgermilieu Waffen eine große Rolle spielen", sagte der für diese Gruppierung zuständige Experte der Behörde, Michael Hüllen, der ARD-Sendung "Kontraste". In der Vergangenheit sei die Polizei bei Hausdurchsuchungen wiederholt auf Waffen und große Mengen von Munition gestoßen.

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"Wir können nicht ausschließen, dass Reichsbürger Waffen einsetzen, um die Gesellschaft in die Richtung zu drängen, die sie aus ihren Theorien ableiten", sagte Hüllen. Der Verfassungsschutz Brandenburg beobachtet die so genannte Reichsbürgerszene seit längerer Zeit, weil ihre Akteure die freiheitlich-demokratische Grundordnung bekämpfen und massiv gegen Gerichte sowie Verwaltungen vorgehen.

Teil dieser Szene ist dem Bericht zufolge auch der "Freistaat Preußen", eine Gruppierung mit großem Zulauf und bundesweiten Aktivitäten. Im brandenburgischen Cottbus führt eine ihrer Führungsfiguren einen Militaria-Laden. Nach Recherchen von "Kontraste" erhielt sie als Existenzgründerin für dieses Geschäft vom Land Brandenburg Wirtschaftsförderung. Sie sei sogar Werbefigur auf offiziellen Plakaten mit dem Logo der Landesregierung.

Führungsfigur erhielt Wirtschaftsförderung

Beim brandenburgischen Arbeitsministerium hieß es dazu auf Anfrage des Magazins, ein "mögliches Engagement" der Frau "bei den so genannten Reichsbürgern" sei während der Begleitung durch die Beratenden nicht wahrgenommen worden. "Nur wenn den Projektleitenden ganz offensichtlich untragbare Verhaltens- und Denkweisen auffallen, würden sie eine Förderung ausschließen."

Die in etliche Kleinstgruppen zersplitterten "Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 existiert.

Quelle: n-tv.de

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