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Der 64-jährige Andreas Beuth tritt als Anwalt der linken Szene in Erscheinung.
Der 64-jährige Andreas Beuth tritt als Anwalt der linken Szene in Erscheinung.(Foto: imago/ZUMA Press)
Montag, 10. Juli 2017

Doch keine Sympathie für Gewalt: Rote-Flora-Anwalt rudert zurück

Zu Beginn der Krawalle in Hamburg während des G20-Gipfels sorgt der Anwalt der "Roten Flora", Beuth, mit provakanten Aussagen für Aufsehen. Jetzt spricht er von einem Missverständnis.

Andreas Beuth hatte die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Treffens im ARD-"Brennpunkt" noch kontrovers kommentiert. Er sagte, dass Autonome und er, als einer ihrer Sprecher, "gewisse Sympathien für solche Aktionen" hegen, diese aber bitte nicht im eigenen Wohnviertel auszutragen seien. "Warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese?", fügte Beuth hinzu und zog so Unmut und Empörung auf sich. Jetzt sieht sich der Rechtsvertreter der linksautonomen Gruppierung "Rote Flora" falsch verstanden.

"Ich habe mich missverständlich ausgedrückt", sagte Beuth der "Hamburger Morgenpost" und stellte fest: "Solche Aktionen sind sinnentleerte Gewalt und haben eine Linie überschritten. Ich distanziere mich auf das Schärfste von dem, was dort am Freitagabend passiert ist." Bei den genannten Nobelvierteln der Hansestadt sei es ihm nur um friedlichen Protest gegangen.

Die Hauptverantwortung der Ausschreitungen sehe er zwar bei der Polizei und dem Senat, eine Teilschuld wollte er aber nicht von sich weisen: "Vielleicht haben wir das Gewaltpotenzial und die Reichweite unseres Aufrufs unterschätzt." Bei den Krawallen am Freitag sprach er von einer "neuen abscheulichen Dimension der Gewalt." Dafür trage er eine politische Mitverantwortung, gestand der 64-Jährige ein.

Den Opfern der Krawalle sicherte er abschließend die Unterstützung seiner Organisation zu. "Wir sind sicher nicht reich, aber werden auch finanzielle Hilfe für die stark betroffenen Geschäfte leisten", so Beuth. "Denkbar ist etwa ein Solidaritätskonzert."

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Quelle: n-tv.de

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