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Saudi-Arabien hält mittlerweile einen Weltmarktanteil von sieben Prozent an den Waffenimporten.
Saudi-Arabien hält mittlerweile einen Weltmarktanteil von sieben Prozent an den Waffenimporten.(Foto: picture alliance / dpa)

Saudis kaufen 275 Prozent mehr: Rüstungshandel legt weltweit zu

Es werden wieder mehr Waffen exportiert und importiert: Vor allem China legt beim Rüstungsgeschäft zu - aber auch Saudi-Arabien kauft immer mehr Waffen aus den USA und Europa. Zum Einsatz kommen sie etwa im Bürgerkriegsland Jemen.

Der Handel mit Waffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Rüstungsverkäufe zwischen 2011 und 2015 seien im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 14 Prozent gewachsen, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mit. Zuvor war der Markt über rund 20 Jahre geschrumpft. Im weltweiten Rüstungsgeschäft stehen die USA vor Russland und China mit Abstand an der Spitze, gefolgt von Frankreich und Deutschland. "Während regionale Konflikte und Spannungen weiter ansteigen, bleiben die USA mit deutlichem Abstand führender weltweiter Waffenexporteur", sagte Sipri-Forscherin Aude Fleurant.

Die USA exportieren allein 611 F-35-Kampfflugzeuge.
Die USA exportieren allein 611 F-35-Kampfflugzeuge.(Foto: dpa)

Die USA bauten in den vergangenen vier Jahren ihren weltweiten Marktanteil auf 33 Prozent aus. In den Jahren zwischen 2006 und 2010 hatte dieser Anteil noch bei 29 Prozent gelegen. Dabei verfügen die USA laut Sipri über die meisten unterschiedlichen Kunden - in den vergangenen fünf Jahren verkauften oder übergaben sie große Rüstungsgüter an 96 Staaten. Zudem habe die US-Verteidigungsindustrie große Exporte in Vorbereitung, darunter 611 Kampfflugzeuge F-35 für neun Länder.

Saudi-Arabien ist zweitgrößter Importeur

Abnehmer sind zudem wieder vermehrt Staaten aus dem Mittleren Osten. "Eine Koalition arabischer Staaten setzt vor allem aus den USA und Europa stammende Waffen im Jemen ein", sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman. "Trotz der geringen Ölpreise sind weitere große Waffenlieferungen in den Mittleren Osten geplant." Die Region führte zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu dem Zeitraum zwischen 2006 und 2010 fast zwei Drittel mehr Waffen ein.

Saudi-Arabien steigerte seine Importe in dieser Zeit um 275 Prozent. Mit einem Weltmarktanteil von sieben Prozent ist das Land damit der zweitgrößte Importeur von Waffen nach Indien (14 Prozent) und vor China (4,7 Prozent).

Mit Hubschraubern, Verteidigungssystemen, Tankern und Kampffliegern baue der Wüstenstaat sein Arsenal massiv aus, berichteten die Stockholmer Forscher. Unter anderem, weil die USA eine teilweise Aussetzung der Waffenlieferungen an Ägypten aufhoben, führte das Land im untersuchten Zeitraum 37 Prozent mehr Waffen ein. "2014 und 2015 unterzeichnete Ägypten mehrere große Deals für Waffen aus Frankreich, Deutschland und Russland", hieß es im Sipri-Bericht.

China setzt auf höhere Eigenproduktion

Derweil fuhr die Volksrepublik China ihre Waffenkäufe aus dem Ausland angesichts der höheren Eigenproduktion in den vergangenen vier Jahren zurück. "China erweitert seine militärischen Fähigkeiten mit importierten und im Inland produzierten Waffen weiter", sagte Sipri-Experte Wezeman. Zugleich schossen die weltweiten Waffenexporte des Landes in die Höhe: Sie wuchsen um 88 Prozent – und erhöhten den Weltmarktanteil Chinas damit auf knapp sechs Prozent.

Auch Russland hat am Rüstungsmarkt mit 25 Prozent der weltweiten Exporte den Angaben zufolge hinzugewonnen. Dabei sei die Entwicklung in den Jahren 2014 und 2015 wegen der westlichen Sanktionen gegen das Land infolge des Ukraine-Konflikts nicht so gut gewesen. Doch exportiert Russland mehr nach Indien als die USA.

Deutschland verkaufte dagegen zwischen 2011 und 2015 nur noch in halb so großem Umfang Waffen ins Ausland wie von 2006 bis 2010 und steht mit einem Weltmarktanteil von 4,7 Prozent auf Platz fünf der Rüstungsexporteure.

Quelle: n-tv.de

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