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Fälschung oder real? Dieses Youtube-Video soll eine russische Kolonne in der ukrainischen Stadt Makejewka zeigen.
Fälschung oder real? Dieses Youtube-Video soll eine russische Kolonne in der ukrainischen Stadt Makejewka zeigen.(Foto: Youtube)

"Kreml lässt die Maske fallen": Russische Panzer angeblich in der Ukraine

Nach ukrainischen Angaben haben russische Panzer die Grenze zur Ukraine überquert. Die russische Regierung äußert sich nicht zu dem Vorwurf, obwohl die Präsidenten beider Länder offenbar darüber gesprochen haben.

Die ukrainische Regierung hat schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben. In der Nacht zum Donnerstag sei eine Militärkolonne von Russland aus in die Ukraine eingedrungen und habe sich am Tag Kämpfe mit ukrainischen Truppen geliefert, erklärte das Innenministerium in Kiew.

Von russischer Seite gibt es für den Vorwurf bislang weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Russland gilt als Unterstützer der Separatisten in den "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk. Anders als bei der Annexion der Krim hat die russische Armee allerdings bislang nicht offen militärisch in der Ostukraine eingegriffen.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sagte, drei Panzer seien Teil der Militärkolonne gewesen, außerdem Mannschaftstransporter und weitere gepanzerte Fahrzeuge. Die Kolonne habe die Grenze an einem Kontrollpunkt passiert, der von den Separatisten kontrolliert werde. "Wir haben drei Panzer beobachtet", sagte Awakow, "die nach unseren Informationen die Grenze überquerten und am Morgen in Snischne waren." Die Stadt liegt nahe der russischen Grenze. Von dort seien die Panzer in die Stadt Horliwka gefahren. "Sie wurden von unseren Streitkräften angegriffen", sagte Awakow.

"Ukrainische Flagge in Mariupol gehisst"

Ein am Donnerstag bei Youtube gepostetes Video zeigt angeblich, wie ein russischer Panzer durch Snischne rollt, ein weiteres Video soll die gesamte Kolonne in Makejewka zeigen, einer Stadt direkt östlich von Donezk. Der für regierungsnahe ukrainische Militärexperte Dmitri Timtschuk schrieb in seinem Blog, der Kreml habe "seine Maske fallen lassen".

In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin sagte der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko, es sei nicht hinnehmbar, dass die Russen zuließen, dass Panzer in die Ukraine fahren. Das Telefonat wurde von einem Sprecher Putins bestätigt, nicht jedoch Poroschenkos Vorwurf. Poroschenko habe Putin über sein Vorhaben informiert, "die Situation im Südosten der Ukraine beizulegen", teilte der Kreml mit. "Außerdem wurde die Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen diskutiert."

Unterdessen kam es in der südukrainischen Großstadt Mariupol zu schweren Gefechten. Dabei wurden nach Angaben der ukrainischen Regierung die Separatisten vertrieben. "Um 10.34 Uhr wurde die ukrainische Flagge über dem Rathaus von Mariupol gehisst", schrieb Innenminister Awakow auf seiner Facebook-Seite.

Quelle: n-tv.de

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