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Ende Oktober flog das russische Militär ungewöhnliche Manöver über Europa.
Ende Oktober flog das russische Militär ungewöhnliche Manöver über Europa.(Foto: picture alliance / dpa)

Brenzlige Zwischenfälle häufen sich: Russland provoziert die Nato

Es hätte eine militärische Auseinandersetzung geben können, schreibt der "Spiegel". Von einem gefährlichen Spiel mit äußerstem Risiko spricht Ex-Verteidigungsminister Rühe: Seit Beginn der Ukraine-Krise tritt Russland oft aggressiv auf.

Seit Ausbruch der Ukraine-Krise ist es nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" mehrfach zwischen Russland und dem Westen zu militärischen Zwischenfällen gekommen, die zu Toten oder gar einer militärischen Auseinandersetzung hätten führen können. Allein in den vergangenen acht Monaten habe es 40 brenzlige Situationen gegeben, berichtet das Magazin. Dazu gehöre ein Beinahezusammenstoß einer skandinavischen Passagiermaschine mit einem russischen Aufklärungsflugzeug, das seine Position nicht übermittelt habe. Dies gehe aus einer Studie des European Leadership Network in London (ELN) hervor, die am Montag veröffentlicht werden solle.

"Hier wird ein gefährliches Spiel mit dem äußersten Risiko gespielt", sagt Ex-Verteidigungsminister und ELN-Mitglied Volker Rühe dem Magazin. "Alle Parteien, besonders Russland, sollten militärische Zurückhaltung üben." Auch die Entführung eines estnischen Geheimdienstlers sowie die Jagd der schwedischen Marine auf ein mutmaßliches russisches U-Boot werden laut "Spiegel" als besonders kritische Ereignisse erwähnt. Weitere elf Vorkommnisse schätze das ELN als ernsthaft ein, weil sie "provozierend" und "aggressiv" gewesen seien.

Die Nato hatte Ende Oktober über mehrere Vorfälle mit russischen Militärflugzeugen berichtet. Binnen 24 Stunden hätten Nato-Flugzeuge vier Gruppen mit russischen Maschinen angefangen. Eine derart hohe Zahl von Einsätzen habe es in den vergangenen Jahren nur selten gegeben. Nach Angaben der Luftwaffe des Nato-Mitgliedes Norwegen flogen russische Flugzeuge von Stützpunkten in der Arktis bis nach Portugal. Sie seien über internationalen Gewässern geblieben, den Grenzen der Mitgliedstaaten aber so nahegekommen, dass Jets losgeschickt worden seien.

Quelle: n-tv.de

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