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Seit einem internationalen Abkommen von 2008 ist die Verwendung von Streubomben eigentlich stark zurückgegangen.
Seit einem internationalen Abkommen von 2008 ist die Verwendung von Streubomben eigentlich stark zurückgegangen.(Foto: picture alliance / dpa)

Vorwürfe von Human Rights Watch: Russland soll Streubomben einsetzen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland und seinen Verbündeten Syrien: Im Bürgerkriegsland werden offenbar verbotene Streubomben russischer Bauart eingesetzt.

Die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Russland vorgeworfen, für den Einsatz neuartiger Streubomben in Syrien verantwortlich zu sein. Fotos belegten, dass die verbotenen Bomben am 4. Oktober über dem Dorf Kafr Halab südwestlich von Aleppo abgeworfen wurden, erklärte HRW.

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Die Streubomben seien entweder von Russland selbst eingesetzt oder von Moskau an die syrische Armee geliefert worden. Die Foto-Auswertung belege, dass es sich um Streubomben russischer Bauart handele, so die Menschenrechtsorganisation. Die Bomben seien demnach geeignet, gepanzerte Fahrzeuge zu zerstören.

Weder Russland noch Syrien dürften Streumunition einsetzen, erklärte der HRW-Vertreter Nadim Houry. Er rief beide Staaten auf, sich umgehend dem internationalen Verbot zum Einsatz dieser Waffen anzuschließen.

Wirkung ist katastrophal

Streubomben setzen hunderte kleinerer Bomben frei. Viele Blindgänger explodieren erst Jahre später. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft - wer nicht sofort getötet wird, überlebt meist schwer verstümmelt. Laut einem von 116 Staaten unterzeichneten Vertrag aus dem Jahr 2008 ist Streumunition international verboten.

Russland ist einer der engsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und fliegt seit Ende September Luftangriffe gegen Rebellen in dem Land. Moskau liefert seit Jahren auch Waffen nach Damaskus. Im Krieg in der Ostukraine hatte Russland der Ukraine den Einsatz von Streumunition vorgeworfen.

Quelle: n-tv.de

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