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50 Menschen starben beim Angriff auf die Spitäler.
50 Menschen starben beim Angriff auf die Spitäler.(Foto: dpa)

Angriff auf Krankenhaus in Syrien: Russland weist Vorwürfe kategorisch zurück

Bei der Bombardierung mehrerer Spitäler in Syrien sterben nach UN-Angaben mindestens 50 Menschen. Die Konfliktparteien geben sich gegenseitig die Schuld. Vor allem Moskau steht im Fokus - und verteidigt sich.

Russland wehrt sich gegen den Vorwurf, für die tödlichen Angriffe auf Krankenhäuser im Norden Syriens verantwortlich zu sein. Es handele sich dabei um "unbegründete und inakzeptable Vorwürfe", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau auf die Frage, ob russische Flugzeuge Krankenhäuser in Syrien bombardiert hätten. "Wir weisen solche Erklärungen kategorisch zurück", sagte Peskow. Für derartige Vorwürfe gebe es keinerlei Beweise. Zuvor war die internationale Kritik am Moskau einmal mehr gewachsen. Das türkische Außenministerium erklärte, die Angriffe auf zivile Ziele seien "nach internationalem Recht ein klares Kriegsverbrechen". Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault verurteilte die Bombardierung von Kliniken scharf. "Die Angriffe des Regimes oder seiner Unterstützer auf Gesundheitseinrichtungen in Syrien sind inakzeptabel und müssen sofort aufhören", sagte er.

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Unterdessen bemüht sich UN-Sondervermittler Staffan de Mistura in Damaskus, die ausgesetzten Friedensgespräche in Genf wie geplant bis Ende des Monates wieder in Gang zu bringen. Bei einem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallim warb er für eine Waffenruhe und Hilfslieferungen, auf die sich die beteiligten internationalen Mächte bei einem Treffen in München geeinigt hatten. Al-Muallim erklärte, seine Regierung sei weiterhin zu einem syrisch-syrischen Dialog ohne Vorbedingungen bereit.

Angriffe auf mindestens fünf Krankenhäuser und zwei Schulen in den nördlichen Provinzen Aleppo und Idlib hatten die Spannungen zu Wochenbeginn verschärft. Dabei kamen nach UN-Angaben fast 50 Menschen ums Leben. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte sieht klare Hinweise, dass die Kliniken nicht versehentlich angegriffen worden seien. Allein das Ausmaß der Angriffe zeige, dass es sich um eine Kriegstaktik handeln könne. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von einem anscheinend "gezielten Angriff" auf die Klinik. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass Moskaus Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich ist.

Der Vorsitzende von MSF in Frankreich, Mego Terzian, sagte der Zeitung "Le Monde", die beschossenen Zonen in der Provinz Idlib würden von der Opposition kontrolliert. "Es wäre unlogisch, dass sie ein Krankenhaus bombardieren, das ihre Bevölkerung versorgen soll. Die vier Raketen sind klar von der Koalition abgeschossen worden, die von der Regierung von Damaskus geführt wird."

Russland verwies derweil auf die Erklärung des syrischen Botschafters in Russland, Riad Haddad, der das US-Militär für den Angriff auf das Krankenhaus verantwortlich gemacht hatte. Die Militäraufklärung habe ergeben, dass die russische Luftwaffe damit nichts zu tun habe, sagte Haddad.

Quelle: n-tv.de

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