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Die Kohlelieferungen sollen auch die Stromversorgung der Krim sicherstellen.
Die Kohlelieferungen sollen auch die Stromversorgung der Krim sicherstellen.(Foto: REUTERS)

Energie-Krise im Winter: Russland will Ukraine Kohle liefern

In der Ukraine wird der Strom knapp - auch weil Kohle im Osten des Landes nicht mehr abgebaut werden kann. Russland tritt nun auf als Helfer in der Not auf und kündigt Hilfe an - auch aus eigenem Interesse.

Russland will der Ukraine große Mengen Kohle zur Stromversorgung liefern, um der Bevölkerung während des Winters zu helfen. Als Geste des guten Willens von Präsident Wladimir Putin würden keine Vorauszahlungen verlangt, sagte ein Sprecher des Präsidialamts der Nachrichtenagentur Tass. Der stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Kosak sagte dem Fernsehsender Rossija 24, pro Monat sollten 500.000 Tonnen Kohle an die Ukraine geliefert werden. Man sei bereit, darüber hinaus weitere 500.000 Tonnen pro Monat zu liefern, sobald eine weitere Vereinbarung getroffen worden sei. Anfang Dezember hatte die Regierung Stromimporte aus Russland genehmigt.

Die Kohlereserven sind nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums auf 1,5 Millionen Tonnen geschrumpft. Die normalen Wintervorräte betragen vier bis fünf Millionen Tonnen. Vor Beginn der Kämpfe im Osten des Landes war die Ukraine bei der Stromerzeugung unabhängig. Der Großteil der Kohlevorkommen liegt aber in den Rebellengebieten oder kann wegen der Kämpfe nicht abgebaut werden. Außerdem sind einige mit Russland vereinbarte Lieferungen ausgeblieben.

Stromversorgung auf Krim stabilisieren

Immer wieder kommt es zu Stromengpässen, von denen auch die von Russland besetzte Krim betroffen ist. Kosak sagte nun, er hoffe, dass sich mit den russischen Kohlelieferungen die Versorgung der Krim stabilisiere. Am Vortag hatte die staatliche ukrainische Eisenbahngesellschaft aus Sicherheitsgründen einen Stopp aller Passagier- und Güterverbindungen per Zug und Bus auf die Halbinsel verkündet.

Bereits seit Anfang Dezember erhält die Ukraine auch wieder Gas aus Russland. Moskau hatte dem Nachbarland im Juni den Gashahn zugedreht, weil Kiew eine drastische Preiserhöhung durch den russischen Gazprom-Konzern nicht akzeptierte und Schulden anhäufte. Das führte auch zur Sorge vor Versorgungsengpässen in der EU, die ihr russisches Gas über die Ukraine bezieht. Erst nach monatelangen Verhandlungen unter EU-Vermittlung kam es zu einem vorläufigen Kompromiss, der weitere Lieferungen aber nur gegen Vorkasse vorsieht.

Quelle: n-tv.de

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