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Blick auf das Moskauer Außenministerium; im Vordergrund die Anzeigentafel einer Wechselstube.
Blick auf das Moskauer Außenministerium; im Vordergrund die Anzeigentafel einer Wechselstube.(Foto: AP)

Zur Finanzhilfe grundsätzlich bereit: Russland würde Griechenland helfen

Seit Tagen wird über eine Annäherung Russlands an Griechenland spekuliert. Nachdem die neue griechische Regierung Probleme mit den EU-Strafmaßnahmen gegen Russland angemeldet hat, zeigt sich Moskau großzügig: Man würde Athen finanziell unterstützen.

Das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland darf sich Hoffnungen auf finanzielle Unterstützung durch das ebenfalls wirtschaftliche angeschlagene Russland machen. Der russische Finanzminister Anton Siluanow signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft Moskaus. "Sollte eine derartige Bitte an die Regierung herangetragen werden, würden wir das definitiv prüfen", sagte Siluanow dem Sender CNBC. Dabei würde man allerdings "alle Faktoren der bilateralen Beziehung zwischen Russland und Griechenland berücksichtigen".

Schon in den vergangenen Tagen war über eine Annäherung der neuen Regierung in Athen an Russland spekuliert worden. So hat sich Griechenland zurückhaltend zu dem Vorschlag einiger EU-Partner gezeigt, wegen der Ukraine-Krise neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Regierungschef Alexis Tsipras hatte sich noch am Tag seiner Vereidigung mit dem russischen Botschafter in Athen getroffen.

So hatte es auch vor den Beratungen der EU-Außenminister am Donnerstag in Brüssel Irritationen über die Haltung der neuen, linksgerichteten Regierung in Griechenland gegeben. Sie hatte sich beklagt, dass sie bei der Erklärung über neue Russland-Sanktionen vom Wochenanfang übergangen worden sei. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nannte das Treffen nicht einfach. "Umso wichtiger war es, die 28 Mitgliedsländer mit ihren Positionen beieinander zu halten und eine gemeinsame europäische Haltung zu festigen."

Der neue griechische Außenamtschef Nikos Kotzias sagte, das Ziel seines Landes sei Frieden und Stabilität in der Ukraine, ohne dass dadurch eine Kluft zwischen Europa und Russland entstehe. "Wir sind nicht die Bösen", merkte der neue Minister an.

Russen und Griechen sind durch den gemeinsamen christlich-orthodoxen Glauben verbunden. In Moskau wird seit längerem über einen orthodoxen Block, der Russland, Griechenland, Serbien und Bulgaren umfasst, nachgedacht.

Quelle: n-tv.de

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