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Sonntag, 19. Februar 2017

"Schulz-Trend" hält an: SPD überholt Union in weiterer Umfrage

Das Tal der Tränen scheint die SPD hinter sich gelassen zu haben. Und eine neue Umfrage dürfte die Sozialdemokraten sogar weiter beflügeln: Schließlich liegen sie erstmals seit zehn Jahren im "Sonntagstrend" vor der Union.

Trotz der Vorwürfe gegen ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz läuft es für die SPD noch immer blendend. Die Partei überholt die Union in einer weiteren Umfrage in der Wählergunst. Im "Sonntagstrend", den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhebt, stieg die SPD gegenüber der Vorwoche um einen Prozentpunkt und erreichte 33 Prozent. CDU/CSU verloren demnach hingegen einen Punkt und fielen in der Wählergunst auf 32 Prozent. Damit liegt die SPD im "Sonntagstrend" erstmals seit zehn Jahren wieder vor der Union.

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Unverändert blieben in der Umfrage die Werte der Linken (acht Prozent) und der Grünen (sieben Prozent). Ein rot-rot-grünes Bündnis hätte damit eine rechnerische Mehrheit im Bundestag. Die FDP kam in der Umfrage erneut auf sechs Prozent. Die AfD verlor einen Prozentpunkt und fiel auf neun Prozent. Für die Partei ist es der niedrigste Wert seit einem Jahr. Auf die sonstigen Parteien entfallen fünf Prozent.

Für den "Sonntagstrend" hatte Emnid zwischen dem 9. und 15. Februar 1885 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt. Die Frage lautete: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?" Bereits vor knapp zwei Wochen hatte die SPD in einer Umfrage des Instituts Insa, die die "Bild"-Zeitung veröffentlichte, erstmals in diesem Jahrzehnt besser als die Union abgeschnitten. Ausschlaggebend für den Stimmungswandel ist offenbar die Kür des früheren EU-Parlamentspräsidenten Schulz zum Kanzlerkandidaten.

EU-Parlament sieht keine Verstöße

Dieser musste sich allerdings zuletzt gegen Vorwürfe wehren, dass er seine Mitarbeiter begünstigt habe. Der "Spiegel" berichtete erneut über den langjährigen Schulz-Vertrauten und jetzigen SPD-Wahlkampfmanager Markus Engels. Schulz habe persönlich dafür gesorgt, dass der eigentlich in Brüssel angestellte Pressesprecher nach Berlin versetzt wurde - so standen diesem Auslandszuschläge und Kostenerstattungen für Dienstreisen zu.

Das EU-Parlament sieht allerdings keine Verstöße. "Das Parlament hat keine Informationen darüber, dass Mitarbeiter regelwidrig versetzt oder befördert wurden", heißt es dort. Auch habe Schulz keine Kompetenzen überschritten, weil er als Parlamentspräsident einem Mitarbeiter nachträglich eine Zulage gewährte. Allerdings steht eine Überprüfung durch den Haushaltskontrollausschuss des Parlaments noch aus. 

Quelle: n-tv.de

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