Politik
Der deutsche Salafistenprediger Sven Lau, alias Abu Adam, wird im Dezember verhaftet.
Der deutsche Salafistenprediger Sven Lau, alias Abu Adam, wird im Dezember verhaftet.(Foto: picture alliance / dpa)

Gefährdungshinweise verdreifacht: Salafisten finden immer mehr Anhänger

Mit Sorge beobachtet der Verfassungsschutz die steigende Zahl der in Deutschland lebenden Salafisten: 8350 Anhänger sind es aktuell. Offenbar versucht die Salafisten-Szene dabei gezielt, in Flüchtlingsheimen Nachwuchs zu rekrutieren.

Die radikalislamische Ideologie des Salafismus findet in Deutschland nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes immer mehr Anhänger. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bezifferte die Zahl der Salafisten in Deutschland auf rund 8350, es geht von einer kontinuierlich wachsenden Anhängerschaft aus. Im September vergangenen Jahres hatte die Zahl noch bei 7900 gelegen.

Video

Das Salafisten-Milieu bildet nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer den Nährboden auch für gewaltbereite Islamisten. Bislang seien rund 790 Salafisten aus Deutschland in Richtung Syrien und Irak ausgereist - zum Teil, um sich dort dem bewaffneten Kampf radikaler Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Rund ein Drittel der Ausgereisten sei inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Dem BfV liegen nach eigenen Angaben Erkenntnisse vor, dass rund 130 der Ausgereisten in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen sind.

Die Anschlagsgefahr in Deutschland ist nach Einschätzung der Verfassungsschützer hoch. "Die Sicherheitslage ist ernst, darauf müssen wir uns einstellen", erklärte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. "Im letzten Jahr haben sich die Gefährdungshinweise verdreifacht."

Salafisten in Deutschland versuchen nach Erkenntnissen des BfV gezielt, in Deutschland muslimische Flüchtlinge für ihre Anliegen zu rekrutieren. Bislang seien rund 230 einschlägige Versuche zur Kontaktaufnahme im Umfeld von Asylbewerberunterkünften festgestellt worden, hieß es beim Bundesamt.

Mehr Zulauf bei Rechtsextremen

Die Debatte um die Asylpolitik wirkt laut Maaßen stark mobilisierend, auch auf das rechtsextreme Milieu in Deutschland. Die rechtsextreme Szene versuche, mit Anti-Asyl-Protesten auch Anhänger in bürgerlichen Kreisen zu gewinnen. "Es besteht die Gefahr, dass eine Grauzone zwischen Rechtsextremisten, Rechtskonservativen und Protestbürgern entsteht, die ein erhebliches Gewaltpotenzial birgt", warnte Maaßen.

Die Ereignisse in der Silvesternacht, als in mehreren deutschen Städten Frauen von Tätern auch mit Flüchtlingshintergrund belästigt wurden, hätten zu einem "Radikalisierungsschub in der Anti-Asyl-Agitation der Rechtsextremisten geführt", erklärte der BfV-Präsident.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen