Samstag, 12. Dezember 2009
"Ein politisches Symbol": Sarrazin fordert Kopftuch-Verbot
Nach seiner umstrittenen Kritik an Migranten legt Bundesbankvorstand Sarrazin nach: Muslimische Mädchen sollten an deutschen Schulen keine Kopftücher tragen dürfen, fordert er.
Für seine Äußerungen erntete Sarrazin Beifall von rechten Parteien: Die NPD-Fraktion in Sachsen wollte ihn zum Ausländerbeauftragten machen.
(Foto: dpa)
Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin fordert laut einem Medienbericht ein Kopftuch-Verbot für muslimische Schülerinnen. "Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches", sagte er der "Bild"-Zeitung zufolge auf einer Podiumsdiskussion in Berlin.
Bei dem Kopftuch handele es sich um ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau. Der SPD-Politiker sagte demnach weiter: "In Europa haben wir steigende Zahlen von Muslimen, was in allen Ländern Probleme macht." Sarrazin, der früher Finanzsenator in Berlin war, forderte dem Bericht zufolge, den Zuzug von Ausländern zu begrenzen. In Deutschland lebende Ausländer müssten zudem unter "Integrationsdruck" gesetzt werden. Schülerinnen in Deutschland steht es an öffentlichen Schulen frei, Kopftücher zu tragen.
Einwanderer "weder integrationswillig noch integrationsfähig"
Sarrazin war erst kürzlich durch eine heftig umstrittene Migranten-Kritik in der Zeitschrift "Lettre International" in die Schlagzeilen geraten. Er hatte türkischen und arabischen Einwanderern in Berlin vorgeworfen, sie seien "weder integrationswillig noch integrationsfähig". Sie hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel" und produzierten "ständig neue kleine Kopftuchmädchen". In einem Interview sagte Sarrazin, er müsse niemanden anerkennen, der diesen Staat ablehne.
Infolge des Interviews entzog Bundesbankpräsident Axel Weber Sarrazin die Verantwortung für das wichtige Ressort "Bargeld". Sarrazin ist damit nur noch für die Bereiche Risiko-Controlling und Informationstechnologie zuständig, deren Verantwortung er bereits vor dem Interview inne hatte.
kkl/AFP
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