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Thilo Sarrazin sieht Konstruktionsmängel des Schengen-Systems.
Thilo Sarrazin sieht Konstruktionsmängel des Schengen-Systems.(Foto: dpa)

"Wollen wir Millionen Migranten?": Sarrazin prophezeit Zerbrechen der EU

Kurz vor dem entscheidenden EU-Gipfel in der Flüchtlingskrise meldet sich Ex-Finanzsenator und Autor Thilo Sarrazin zu Wort: Er fordert die Staatengemeinschaft auf, grundsätzlich über Migration nachzudenken.

Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin prophezeit, das "Europa, wie wir es kennen", werde zerbrechen, wenn die Staatengemeinschaft nicht die richtigen Schlüsse aus Euro- und Flüchtlingskrise ziehe. Der SPD-Politiker schreibt in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", es stünde das Ende der EU bevor, wenn auf die Frage nach dem Schutz der Außengrenzen und der Zukunft der Gemeinschaftswährung keine einheitliche europäische Antwort gefunden werde.

Sarazzin schreibt, es habe dreißig Jahre gedauert, ehe in der Flüchtlingskrise die Konstruktionsmängel des Schengen-Raums sichtbar geworden wären. Die Schwächen der Währungsunion seien schon nach zehn Jahren zutage getreten.

Scheitere das Schengen-Abkommen, müsse Europa die Atempause nutzen, um sich selbst ehrlich zu machen: "Viele hundert Millionen Menschen aus unterentwickelten und schlecht regierten Ländern wollen nach Europa. Sie werden in Zukunft vor allem aus Afrika kommen. Wir müssen entscheiden, ob wir das wirklich wollen", heißt es in dem Artikel.

Am 25. April erscheint ein neues Buch des ehemaligen Vorstandsmitglieds der Bundesbank mit dem Titel "Wunschdenken. Europa, Währung, Bildung, Einwanderung - warum Politik so häufig scheitert". Mit "Deutschland schafft sich ab" hatte Sarrazin 2010 einen Bestseller geschrieben. Auch seine beiden letzten Sachbücher schafften den Sprung auf Platz eins der Verkaufslisten. Mit Islamkritik und Thesen zur Vererbung von Intelligenz erntete Sarrazin aber auch scharfen Widerspruch.

Quelle: n-tv.de

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