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Sana'a wird seit Monaten das Ziel von Luftangriffen.
Sana'a wird seit Monaten das Ziel von Luftangriffen.(Foto: AP)

USA dulden Vorgehen im Jemen: Saudis greifen wohl mit Streubomben an

Seit März zieht sich der Konflikt zwischen schiitischen Rebellen im Jemen und den von den Amerikanern unterstützten sunnitischen Nachbarstaaten. Saudi-Arabien scheint beim ersten großen Kampfeinsatz im Ausland bereit, geächtete Waffen einzusetzen.

Laut einem Bericht der Website "usnews.com" sind sich die USA bewusst, dass Saudi-Arabien bei seinen Luftangriffen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen auch Streubomben, sogenannte "Cluster Bombs", abwirft. Sie zitiert einen ungenannten Offiziellen im Pentagon mit den Worten "wir wissen, dass die Saudis Streumunition eingesetzt haben."

Bereits im Mai hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Saudi-Arabien vorgeworfen bei mindestens vier Einsätzen Streubomben in von Zivilisten bewohnten Gegenden eingesetzt zu haben. Riad bestritt die Vorwürfe.

Daraufhin sagte der US-Armee-Sprecher Col. Steve Warren recht allgemein "dass sich alle Seiten an die internationalen Regeln halten sollten, auch das Gebot, in bewaffneten Konflikten alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Zivilbevölkerung möglichst wenig in Mitleidenschaft zu ziehen." Mehr Kritik will man dem verbündeten Saudi-Arabien wohl nicht zumuten.

Streubomben können auch Jahre später noch töten

Streumunition ist einem Vertrag aus dem Jahr 2008 zufolge international geächtet, jedoch haben sich sowohl Saudi-Arabien als auch die USA dem Abkommen bislang nicht angeschlossen.

Mit Unterstützung der USA bekämpft Saudi-Arabien an der Spitze einer vorwiegend sunnitischen Militär-Koalition seit März die schiitische Huthi-Miliz im Jemen. Human Rights Watch geht davon aus, dass ein beachtlicher Teil der von Saudi-Arabien eingesetzten Munition aus den USA kommt. 

Für den Export von Streubomben sehen die US-Richtlinien allerdings vor, dass sichergestellt sein muss, dass die Bomben gegen "klar definierte militärische Ziele" gerichtet und nicht in Gegenden eingesetzt werden, von denen es bekannt ist, dass "Zivilisten sich dort befinden oder die üblicherweise von Zivilisten bewohnt werden".

Die Gefahr von Streubomben besteht laut Human Rights Watch vor allem darin, dass unter den vielen kleinen Bomben auch viele Blindgänger sind und so ganze Gebiete durch wenige Angriffe lange Zeit vermint werden können.  

Quelle: n-tv.de

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