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Griechenland ist derzeit für die meistern Flüchtlinge Endstation. Sie suchen nach neuen Wegen in Richtung Norden.
Griechenland ist derzeit für die meistern Flüchtlinge Endstation. Sie suchen nach neuen Wegen in Richtung Norden.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Grenzzäune helfen nur kurze Zeit: Schlepper finden neue Routen

Bei der Lösung der Flüchtlingskrise sind derzeit alle Augen auf den EU-Türkei-Gipfel am 7. März gerichtet. Mögliche Erfolge dürften dann aber schon wieder der aktuellen Entwicklung hinterherlaufen - die Schleuser öffnen bereits neue Routen.

Auf den ersten Blick scheint die Wirkung enorm: Seit die mazedonische Regierung viele Flüchtlinge an der Grenze zu Griechenland zurückweist, ist die Zahl der nach Norden ziehenden Migranten massiv gesunken. In Deutschland kommen derzeit wesentlich weniger Menschen an als noch im Januar. Dennoch warnen die Bundesregierung und auch Hilfsorganisationen davor, dass die Schließung der Balkanroute keine nachhaltige Lösung ist.

Griechenland ist derzeit für die meistern Flüchtlinge Endstation. Sie suchen nach neuen Wegen in Richtung Norden.
Griechenland ist derzeit für die meistern Flüchtlinge Endstation. Sie suchen nach neuen Wegen in Richtung Norden.(Foto: AP)

Denn laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) deutet sich eine massive Verlagerung der Fluchtrouten nach Westen an. Auch die EU-Regierungen registrierten dies und warnten in der Abschlusserklärung zum jüngsten Gipfel, dass die Union sich darauf vorbereiten müsse - auch aus humanitären Gründen.

Alarm wird aus allen Himmelsrichtungen geschlagen. Allein in Ungarn - dem Land, das sich als erstes mit einem Zaun an der serbischen Grenze abzuschotten versuchte - sind nach Angaben der IOM vom 17. bis 24. Februar 955 Flüchtlinge und Migranten neu angekommen, vor allem über Kroatien. In Albanien registriert die Regierung derzeit, dass einige Hundert Flüchtlinge in das Land kommen wollen - viele sollen aus Nordafrika stammen. Etwa zehn pro Woche reisen durch Montenegro.

Die finnische und norwegische Regierung wiederum melden eine steigende Zahl von Menschen, die über die sogenannte "Eisroute" über Russland kommen. Zypern verzeichnet Flüchtlinge aus Ägypten. Und auch über das Schwarze Meer kommen jetzt Migranten etwa nach Rumänien und Bulgarien. Dazu gibt es im Mittelmeer die Bootsrouten von Libyen und Tunesien nach Italien sowie von Marokko aus nach Spanien.

An den Ursachen ändert sich nichts

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Für Leonard Doyle, IOM-Sprecher in Genf, ist dies wenig verwunderlich. An den Fluchtursachen - Bürgerkrieg, Verfolgung, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit - hat sich in den meisten Ländern nichts geändert. "Normalerweise bieten vor allem die gut organisierten afghanischen Schlepper ihren Kunden zudem drei Versuche an. Voll bezahlt wird erst bei der sicheren Ankunft im Zielland", sagt er. Also suchten die sehr professionellen Schleuser systematisch nach neuen Routen. "Wenn etwa die mazedonische Grenze geschlossen wird, ist es nicht verwunderlich, dass sich der Blick auf die Straßen weiter westlich richtet", sagt er mit Blick auf Albanien. Dort, so wird in Sicherheitskreisen kolportiert, richteten sich kriminelle Gruppen bereits darauf ein, die in den 90er Jahren benutzte Fluchtroute über die Adria nach Italien wieder zu aktivieren. Ein Blick auf die Landkarte zeigt die Vielzahl möglicher Wege - und dabei vor allem den über Kroatien.

Kroatien würde Armee einsetzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr kroatischer Kollege Tihomir Oreskovic haben deshalb vor einer Verlagerung der Flüchtlingsrouten gewarnt. Es gehe nicht nur um den Schutz der griechischen-mazedonischen Grenze, sagte Merkel nach einem Treffen in Berlin. "Es hilft nicht, wenn wir einseitige oder einige Beschlüsse fassen." Dann drohten neue Fluchtrouten und Instabilität. Deshalb seien gemeinsame Beschlüsse auch für Nicht-EU-Staaten wichtig, sagte Merkel mit Blick auf den EU-Türkei-Gipfel am kommenden Montag in Brüssel. Es darum, die EU-Außengrenzen zu schützen. Ansonsten, so die Warnung, müsse sich jedes Land gegenüber seinen Nachbarn einmauern.

Oreskovic betonte indes, dass sein Land die Folgen der mazedonischen Grenzschließung beobachte. Falls die Flüchtlinge versuchten, künftig über Kroatien nach Norden zu ziehen, werde die Polizei und falls erforderlich auch die Armee eingesetzt. "Kroatien wird seine Außengrenzen schützen."

Deshalb wird auch der EU-Gipfel mit der Türkei am 7. März nur ein Mosaikstein bei der Lösung des Problems sein können - allerdings ein sehr wichtiger. Fährt die Türkei wirklich einen härteren Kurs gegen Schlepper, verhindert sie das Ablegen von Booten in der Ägäis und nimmt Migranten wieder von Griechenland zurück, dann würden die Zahlen zumindest auf dieser Route drastisch sinken. Nur würden die international agierenden Schlepper-Netzwerke dann wahrscheinlich in großem Maße neue Wege in die EU suchen, um ihr Geschäft weiterführen zu können.

Das Spiel der Russen

Bereits jetzt registrieren Behörden, dass eine steigende Zahl an Syrern versucht, über den Umweg Libyen in die EU zu gelangen. Teilweise könnten Staaten aber auch aktiv mithelfen, neue Routen zu entwickeln. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn etwa verdächtigt Russland, gezielt die "Eisroute" zu aktivieren. Er wisse nicht, ob Russland die Menschen bewusst schicke, sagte er "Zeit Online". "Auffällig ist aber, dass das in einem Moment geschieht, in dem die EU ohnehin stark unter Druck ist." Viele der Migranten aus Tadschikistan oder Turkmenistan hätten seit vielen Jahren in Russland gelebt. "Die haben sich wahrscheinlich nicht von selbst auf den Weg gemacht", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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