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Schmalzl im März 2009 mit einem Gewehr, das nach dem Amoklauf von Winnenden mit anderen abgegebenen Waffen verbrannt wurde.
Schmalzl im März 2009 mit einem Gewehr, das nach dem Amoklauf von Winnenden mit anderen abgegebenen Waffen verbrannt wurde.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Neuer Generalbundesanwalt: Schmalzl geht auf Terroristenjagd

Generalbundesanwältin Monika Harms scheidet in Kürze aus dem Amt, ihr Nachfolger wird offenbar der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Darauf einigen sich Union und FDP, heißt es aus dem Jusitzministerium. Schmalzl hat als ehemaliger Verfassungsschutzchef von Baden-Württemberg Erfahrungen in der Terroristenjagd.

Mehr als drei Jahre lang musste sich Johannes Schmalzl mit Fahrverboten, Ortsumfahrungen und unpopulären Abschiebungen beschäftigen. Nun darf er wieder Terroristen jagen: Stuttgarts Regierungspräsident soll nach Angaben aus FDP-Kreisen Nachfolger der Generalb undesanwältin Monika Harms werden, die Ende September in den Ruhestand geht.

Johannes Schmalzl war bis 2007 Verfassungsschutzpräsident in Baden-Württemberg.
Johannes Schmalzl war bis 2007 Verfassungsschutzpräsident in Baden-Württemberg.(Foto: dapd)

Der 46-jährige Schmalzl war von 2005 bis 2007 Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg und hat in dieser Zeit Erfahrungen im Kampf gegen islamistischem Terrorismus und Extremismus gesammelt. Seit Anfang 2008 leitet der karrierebewusste Jurist als Regierungspräsident eine Behörde mit 2800 Mitarbeitern. Nicht alle dort können mit seinem Tempo mithalten. Auch unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet der 46-Jährige nicht.

Gute Kontakte in die USA

Die bisherige Generalbundesanwältin Monika Harms.
Die bisherige Generalbundesanwältin Monika Harms.

Ein Hauptanliegen Schmalzls in seiner Zeit als "Schlapphut-Chef" in Baden-Württemberg war es, die Spitzenstellung seiner Verfassungsschützer zu sichern. Diese sprach sich bis in die USA herum - Zeitungen wie die "Washington Post" und "New York Times" fragten ihn regelmäßig nach seiner Meinung zur Sicherheitslage in Deutschland.

Seine Öffentlichkeitsarbeit dürfte Schmalzl als Generalb undesanwalt wieder ähnlich handhaben. Denn seine Überzeugung ist, dass es nur mit einer sensibilisierten und gut informierten Öffentlichkeit gelingen kann, Anschlagsplanungen früh aufzudecken.

Ermittlungserfahrungen

Auch die Erfahrung, wie Justiz, Polizei und Nachrichtendienste zusammenarbeiten, bringt der Familienvater mit. Die Ermittlungen zu den Anschlagsplanungen der sogenannten Sauerlandgruppe hat Schmalzl hautnah begleitet. Er ließ sich von seinen Ermittlern r und um die Uhr - selbst an Silvester - auf dem Laufenden halten.

Sprung ins kalte Wasser: Schmalzl nach dem Tauchgang im Bodensee.
Sprung ins kalte Wasser: Schmalzl nach dem Tauchgang im Bodensee.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Panikmache war ihm bei seiner Arbeit an der Spitze des Verfassungsschutzes aber zuwider. Ebenso besonnen unterstützte er als Regierungspräsident die Stadt Winnenden nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule. Der beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelte Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes vernichtete danach viele freiwillig abgegebene Waffen. Einige davon zerstörte Schmalzl höchstselbst "mit großer Freude" im Brennofen.

Tauchgang im Bodensee

Legendär ist auch Schmalzls Tauchgang 2009 im Bodensee, bei dem Profis ihm Holzpfähle einer Pfahlbausiedlung aus der Steinzeit zeigten: Im Neoprenanzug stürzte sich Hobby-Taucher Schmalzl in die r und fünf Grad kalten Fluten. "Neugier" nannte er als Motiv.

Vor seinem Wechsel in die Verfassungsschutzbehörde leitete der gebürtige Würzburger fünf Jahre lang die Zentralstelle im Justizministerium. Davor war der passionierte Jogger und Bergwanderer Staatsanwalt in Stuttgart. Wegen seines Postens als Berichterstatter für das Landesjustizministerium beim B und von 1996 bis 1999 wurde er intern spaßeshalber auch als "007" oder "Spion beim B und" bezeichnet. Als Lebensmotto nennt Schmalzl "den Menschen dienen".

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Quelle: n-tv.de

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