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Alex Salmond und David Cameron setzen ihre Unterschrift unter das Dokument.
Alex Salmond und David Cameron setzen ihre Unterschrift unter das Dokument.(Foto: REUTERS)

Weg zur Unabhängigkeit frei: Schotten haben es in der Hand

Es ist ein historisches Zugeständnis: Die britische Regierung erlaubt den Schotten, frei zu entscheiden, ob sie Teil des Königreichs bleiben oder ein eigener Staat sein wollen. Sorgen muss sich Premier David Cameron derzeit keine machen: Nur 28 Prozent der Schotten sind laut Umfragen für eine Abspaltung.

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Der britische Premierminister David Cameron hat grünes Licht für eine Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands gegeben. Cameron und der Chef der schottischen Regionalregierung, Alex Salmond, unterzeichneten in Edinburgh eine entsprechende Vereinbarung, wie eine Sprecherin Camerons mitteilte. Beide Seiten bezeichneten das Abkommen als historisch. Jetzt gibt es zahlreiche Details zu klären.

Ein erfolgreiches Referendum könnte die mehr als 300 Jahre andauernde Zugehörigkeit Schottlands zum Vereinigten Königreich beerdigen. Schottland gehört seit 1707 zur britischen Krone, genießt aber seit 1997 weitreichende Autonomie. Die Hoffnungen der Unabhängigkeitsbefürworter werden durch aktuelle Umfragen allerdings getrübt: Nur 28 Prozent der Schotten sprechen sich für eine Abspaltung von London aus, 53 Prozent sind dagegen. Bis 2014 wollen die Befürworter das Blatt wenden.

Salmond rechnet mit Ja

Die britische Regierung lehnt eine Abspaltung Schottlands zwar ab, hatte aber bereits vor dem Treffen dem für Herbst 2014 angestrebten Referendum zugestimmt. Die Abstimmung wird vom schottischen Regionalparlament durchgeführt werden, dass dazu für eine begrenzte Zeit das Recht erhält. Eigentlich hat Edinburgh keine Verfassungsbefugnisse. An dem Urnengang dürfen Schotten an 16 Jahren teilnehmen.

Salmond, dessen Schottische Nationalpartei SNP die Mehrheit im Parlament in Edinburgh innehat, sagte vor dem Treffen: Mit der Vereinbarung werde Schottland einen "wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit" machen und das bedeute ein "gerechteres und erfolgreicheres" Schottland. Er rechne mit einem Ja bei der Abstimmung in zwei Jahren.

EU-Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde-Hansen sagte in Brüssel, es sei nicht die Aufgabe der Kommission, eine Position zu einer möglichen Abspaltung eines Teils eines EU-Mitgliedstaates oder der Schaffung eines neuen Mitgliedstaates zu beziehen. Mit Blick auf die EU-Verträge werde die EU-Exekutive allerdings "nicht neutral" handeln und "sich auf Ersuchen eines Mitgliedstaates" äußern. "Ich sage nur, wir würden unsere Meinung äußern", und nicht "wir würden regeln".

Quelle: n-tv.de

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