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Politik
Kanzler Schröder im Jahr 1999: Die Deutschen hatten sich mehr versprochen.

Kanzler Schröder im Jahr 1999: Die Deutschen hatten sich mehr versprochen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dienstag, 18. Januar 2011

Agenda 2010: Schröders kalkulierter Bruch

von Jochen Müter

Nichts hat den Sozialstaat Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren so durcheinandergewirbelt wie der Sieben-Jahres-Plan von Kanzler Schröder. Die Agenda 2010 verändert die Parteienlandschaft und das Lebensrisiko des Einzelnen. Inzwischen ist die Agenda formal beendet. Zeit für ein Fazit.

Ein kleiner Teil von Gerhard Schröders Agenda 2010 liegt gerade auf dem Tisch von Anwältin Anja Maleu. Immer wieder geht es in ihrer Kanzlei im bürgerlichen Berliner Stadtteil Hermsdorf um Hartz IV. Fehlerhafte Bescheide, unbegründete Sanktionen – inzwischen kommt rund ein Viertel ihrer Mandaten direkt aus dem Jobcenter zu ihr. Die Welle, überlegt Maleu und blättert in einer Akte, sei vor vier Jahren losgegangen, Tendenz steigend. "Das Hartz-Gesetz ist von Leuten gemacht, die keine Ahnung haben, wie es ist, wenn man kein Geld hat." Und sie meint damit: Es ist nicht an echten Bedürfnissen orientiert, an lebensnahen Fristen, an pünktlichen Mietzahlungen, den Klassenfahrten der Kinder oder echten Notsituationen. Legt sie Widerspruch ein gegen Bescheide, bekommt sie in 75 Prozent der Fälle Recht. "Bei den Klagen habe ich noch keine verloren." Sie habe den Eindruck, es gebe in den Jobcentern eine erste Garde, die keine Kompetenzen habe und nur "zum Ausfüllen" da sei. Erst in der zweiten Reihe säßen Fachleute. "Ich kann mir vorstellen, dass ein Prinzip dahintersteckt. Die Jobcenter nehmen möglicherweise billigend in Kauf, dass die Bescheide nicht korrekt sind", so Maleu.

Sozialgericht Berlin: Es wachsen die Aktenberge.

Sozialgericht Berlin: Es wachsen die Aktenberge.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Gestützt wird dieser Gedanke jedenfalls von der Masse an Klagen, mit denen deutsche Sozialgerichte überschüttet werden. Im Zuständigkeitsbereich der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit wurden im Zeitraum von Januar bis November 2010 fast 150.000 neue Klagen eingereicht. Eine monströse Zahl, bedenkt man, welcher bürokratische und finanzielle Aufwand die Folge ist. Manche Gerichte mussten extra personell verstärkt werden, um in den Kisten voller Schriftsätze zumindest noch einigermaßen den Überblick zu behalten. "In den Jobcentern irgendwelche Kräfte einzusetzen, die selbst auf Zeitverträgen sitzen – das konnte nicht gehen", sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Er ist seit Jahren einer der schärfsten Kritiker der Agenda 2010, vor allem aber der darin enthaltenen Arbeitsmarktgesetze. Die Hartz-Gesetze seien schlecht gemacht, inzwischen "eine Dauerbaustelle". Einen Grund dafür sieht Schneider im Gespräch mit n-tv.de auch darin, dass damals "auf die Anhörung von externen Experten weitgehend verzichtet" wurde.

"Wir werden Leistungen kürzen"

Damals, das ist der 14. März 2003. Bundeskanzler Schröder, vom Armutskind zum "Genossen der Bosse" avanciert, hält eine Regierungserklärung. Sie ist mit einem kleinen Team vorbereitet, trifft daher viele Mitglieder der rot-grünen Koalition unvorbereitet. Das Land soll wetterfest gemacht werden gegen die heranziehenden Stürme der Globalisierung. Außerdem hat Schröder kurz zuvor nur knapp die Bundestagswahl gewonnen. So knapp, dass Gegenkandidat Edmund Stoiber für einen Augenblick irrtümlich öffentlich verkündete, er sei der Sieger. Deutschland hatte einfach mehr erwartet vom rot-grünen Projekt. Schröder habe das Wasser bis zum Hals gestanden, resümiert Sozialexperte Schneider. "Es gab eine zunehmende Zahl von Arbeitslosen, bis zum Platzen angespannte Haushalte und steigende Sozialausgaben. In dieser Situation hat Schröder den Befreiungsschlag versucht." Der Befreiungsschlag, das ist die Agenda 2010. Schröders große Reform.

Der Kanzler greift durch. "Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen", lautet der Kernsatz aus seiner berühmt gewordenen Rede. Eine Reihe von Maßnahmen bringt Schröder auf den Weg. Die Bildung soll gefördert, das Handwerk unterstützt, die Gesundheitsversorgung auf Jahre stabilisiert und das Rentensystem gesichert werden. "Die Themen, die angepackt wurden, waren ja nicht alle schlecht", sagt Schneider. Sie seien aber letztlich nur mit mäßigem Erfolg angegangen worden.

Kinder brauchen Kita-Plätze, wenn die Eltern Geld verdienen sollen.

Kinder brauchen Kita-Plätze, wenn die Eltern Geld verdienen sollen.
(Foto: picture alliance / dpa)

In der Bildung etwa verspricht das Team um Schröder deutlich höhere Ausgaben und einen umfassenden Bafög-Umbau. Beides bleibt ewige Baustelle. Wie in keinem anderen OECD-Land bestimmt in Deutschland das soziale Umfeld immer noch über den schulischen Erfolg. In der Handwerksordnung fällt für über 50 Berufe die Meisterpflicht weg, der Mittelstand soll belebt werden. Doch die Folge ist lediglich ein Boom von Ein-Mann-Betrieben und Scheinselbstständigkeit. Zählte etwa die Handwerkskammer München 2003 im Fliesenlegerhandwerk nur 119 Betriebe, sind es 2008 ganze 1432. "Für die Bauunternehmen sind das willkommene billige Arbeitskräfte", klagt damals die IG Bau. Bei der Kinderbetreuung hingegen habe es durchaus Erfolge gegeben, sagt Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln. Doch dann schränkt er ein: "Deutschland war aber auch das Schlusslicht." Immer noch gebe es "riesige Lücken". Einen Kita-Platz zu finden sei in vielen Städten immer noch "wie ein Sechser im Lotto". Von den angekündigten 10.000 Ganztagsschulen gibt es bislang knapp über 6000. In Sachen Krankenversicherung peilte Schröder einen Durchschnittsbeitrag von 13 Prozent an – fortan zahlten Versicherte Praxisgebühr und deutlich höhere Selbstanteile beim Zahnersatz. Heute liegt der Beitrag aber bei 15,5 Prozent und die Parität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist aufgehoben.

Konkurrenz für das Handwerk

Ein klarer Fehlschlag ist die Agenda 2010 in Sachen Ein-Euro-Jobs. Hier rudert inzwischen sogar die Bundesagentur für Arbeit massiv zurück. So habe es Jobcenter in Deutschland gegeben, die die Hälfte ihrer Gelder für aktive Arbeitsmarktpolitik in Ein-Euro-Jobs gesteckt hätten. "Das entspricht weder dem Gesetz noch unserer Geschäftspolitik", räumte Agenturchef Weise kürzlich ein. 2010 gingen im Schnitt rund 300.000 Männer und Frauen einer solchen Ersatzbeschäftigung nach. In manchen Kommunen habe der Einsatz der sogenannten Arbeitsgelegenheiten vorrangig ökonomische Gründe gehabt. "Da wird manche Arbeit nicht an Handwerker vergeben, sondern mit Ein-Euro-Jobs Arbeitskraft auf Kosten der Steuerzahler preiswert eingekauft", bestätigte Weise das, was Handwerker seit geraumer Zeit zermürbt.

Hartz IV-Kneipe: Hier muss das Bier billig sein.

Hartz IV-Kneipe: Hier muss das Bier billig sein.

Im Vergleich aller Maßnahmen sei lediglich Hartz IV richtig "durchgezogen" worden, stellt Schneider fest. Doch das mit Erfolg. Jedenfalls dann, wenn das Ziel die Stabilität der Unternehmen war. Selbst Klaus Ernst, Parteichef der Linken, sagt: "Die Bundesrepublik sollte durch niedrigere Löhne und Deregulierung der Arbeitsmärkte konkurrenzfähiger werden. Und das ist ja auch gelungen." Konkret heißt das: Der Export brummt, die Gewinne sind hoch. Die deutsche Wirtschaft legt 2010 so stark zu wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das BIP klettert nach einer Krisen-Delle in 2009 um 3,6 Prozent. "Besser als bei uns lief es in keinem anderen großen Industrieland", jubiliert Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Für 2011 rechnen die meisten Experten mit einem robusten Wachstum von über 2 Prozent. Das vorläufige Minus von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen fällt wohl erheblich geringer aus als befürchtet. Ein Lichtstreif ist auch, was der Deutsche Industrie und Handelskammertag nach einer Umfrage in zahlreichen Unternehmen erwartet. Demnach stehen viele der Firmen wegen der demographischen Entwicklung vor einem starken Arbeitnehmermangel – und sind daher bereit, auch geringer Qualifizierten wieder eine Chance zu geben. Und die offizielle, allerdings um mindestens zwei Millionen Menschen "bereinigte" Arbeitslosigkeit pendelt um die 3 Millionen, so wenig wie seit Jahren nicht mehr.

Ulrich Schneider: Das Land ist tief gespalten.

Ulrich Schneider: Das Land ist tief gespalten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dank Hartz IV also gut durch die Krise? Ulrich Schneider kann das nicht positiv finden. Der Preis für die wirtschaftliche Entwicklung sei, dass "Deutschland noch nie sozial so tief gespalten war wie heute". Und zwar in die, die immer weniger haben und die, die immer mehr besitzen. So sei der Rückgang der Arbeitslosenzahlen erkauft worden mit einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes an sich, hält Schneider fest. Konkret heißt das: Die Anzahl der Leiharbeiter wächst massiv, bald sind es eine Million. Und die Anzahl der Menschen, die im Niedriglohnsektor ihr Geld verdienen, nimmt ebenfalls stark zu. Seit 1998 ist ihre Zahl um mehr als 2,3 Millionen auf mindestens 6,55 Millionen gestiegen, damit ist nach Angaben des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen gut jeder fünfte Beschäftigte betroffen. Unter ihnen nimmt zudem der Anteil der Geringstverdiener zu, die weniger als ein Drittel des mittleren Lohns erhalten. In den meisten EU-Ländern seien solche Vergütungen wie in Deutschland "unzulässig", urteilen die Arbeitsmarkt-Forscher. Für Linke-Chef Ernst das roteste aller roten Tücher: Die Menschen hätten inzwischen so viel Angst vor Hartz, dass sie bereit seien, "fast alles zu akzeptieren: längere Arbeitszeiten ohne Bezahlung und Schikanen im Job", sagt er im Interview mit n-tv.de. Schneider nennt das alles die "Amerikanisierung des bundesdeutschen Arbeitsmarktes". Und warnt: "Diese Menschen arbeiten, kommen aber trotzdem nicht über die Runden. Und schließlich werden sie mit so kleinen Renten dastehen, dass die Altersarmut massiv steigen wird."

An der Hand ein Bollerwagen

Ein Problem, das nicht nur in der Zukunft liegt. Das kann gut beurteilen, wer etwa regelmäßig den Eingang der Dortmunder Tafel im Bezirk Hörde beobachtet. Eine etwas bessere Arbeitergegend, aber geprägt vom Strukturwandel im Ruhrgebiet, der gerne beschworen, aber noch nicht erfolgreich ist. Die Hausfassaden sind lange schon nicht mehr gestrichen worden, trübe Gesichter kleben hinter den Fenstern, meistens krakelen irgendwo ein paar angetrunkene Jugendliche. Und in der Schlange vor der Tafel immer mehr Alte, in spärlicher Kleidung, mit einem Bollerwagen an der Hand. Sie kommen immer öfter, weil die Rente nicht mehr reicht. Zwischen ihnen stehen junge Frauen mit Kindern an. Auch sie sind arm. Mit den "Sozialschmarotzern", die in den Nachmittagsshows großspurig erklären, sie ließen gerne andere arbeiten, um ausschlafen zu können, hat das wenig zu tun. Fast jedes sechste Kind unter 15 Jahren lebt in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft, insgesamt rund 1,74 Millionen Kinder. Das entspricht einer Quote von fast 16 Prozent. Rund eine Million Menschen gehen regelmäßig zu einer der über 800 Tafeln in Deutschland. Um Brot zu bekommen, vielleicht etwas frisches Gemüse, Nudeln. Zwar gab es schon vor dem Start der Agenda 2010 diese Einrichtungen, aber seit 2004 zeigt die Kurve der Neugründungen steil nach oben. Der Staat hat sich zurückgezogen, private Initiativen müssen es richten.

Mitarbeiter der Dortmunder Tafel geben Lebensmittel aus.

Mitarbeiter der Dortmunder Tafel geben Lebensmittel aus.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nicht nur in Dortmund-Hörde fühlen sich viele Betroffene daher immer noch "verraten", vor allem von der SPD. Es könne nicht sein, dass jemand 20, 30 Jahre buckelt – und dann nach ein oder zwei Jahren Hartz-IV-ler ist, heißt es in den Stehkneipen im Schatten stillgelegter Fördertürme. Die SPD stand Jahrzehnte für den Ausgleich in der härter werdenden sozialen Marktwirtschaft. Die Partei musste erfahren, was es heißt, wenn man harte Entscheidungen trifft, die vor allem die eigene Klientel betreffen. Die einen halten ihr das zu Gute: Der Reform-Stau der Kohl-Ära sei aufgelöst, der Staat verschlankt und fit gemacht worden. Die anderen sind maßlos enttäuscht. Millionen Wähler verliert die SPD im Zeitalter der Agenda 2010. Wohin sie gewandert sind, ist klar. Aus dem Osten dringt die Linke rüber in den Westen. Sogar Parteichef Ernst macht keinen großen Hehl daraus, wem Oskar Lafontaine und Gregor Gysi den rasanten Aufschwung zu verdanken haben. "Hartz war sicher das, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat", so Ernst. "Das war ein wichtiger Beschleunigungsfaktor für die Entstehung einer politischen Alternative."

SPD im Rückswärtsgang

Und so versucht die SPD unter dem neuen Parteichef Sigmar Gabriel, zurückzudrehen, was zurückdrehbar ist, ohne den Eindruck zu machen, man drehe etwas zurück. Das Problem dabei: Inzwischen regiert Schwarz-Gelb. Und Kanzlerin Angela Merkel hat nie verschwiegen, dass sie der Agenda 2010 viel abgewinnen kann. In ihrer ersten Regierungserklärung dankte sie Schröder dafür sogar "persönlich". Wer sich hingegen in der SPD umhört, erfährt nicht viel Gutes über die Agenda 2010. Einig sind sich die Genossen lediglich, dass es richtig war, Arbeitslosen- und Sozialhilfe endlich zusammenzulegen. Der Rest ist zumindest wieder diskutierbar nach der "Basta"-Ära. Gabriel bremste die Hartz-IV-Reform von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen im Bundesrat aus und will im Vermittlungsausschuss den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" zumindest in der Zeitarbeitsbranche "ohne jede Ausnahme" durchsetzen. Und bezeichnet ungeregelte Leiharbeit als "den zentralen Fehler der Agenda 2010". Diesen Fehler wolle die SPD nun korrigieren. Zudem müsse ein allgemeiner Mindestlohn eingeführt werden. "Die schlechten Bedingungen am Arbeitsmarkt kosten die Steuerzahler Milliarden", so der SPD-Chef. "Denn diese miesen Löhne müssen ja für 1,3 Millionen Arbeitnehmer mit Hartz IV aufgestockt werden."

Solange das aber so ist, wird auch Anwältin Maleu immer wieder mit Hartz IV zu tun haben. 356 Euro bekommt sie vom Jobcenter, wenn sie mit einem Widerspruch Erfolg hat. Plus 99,96 Euro für die Erstberatung des Klienten nebst Kontaktaufnahme mit der Behörde. Eine gewonnene Klage bringt im Schnitt 700 Euro. Kein leicht verdientes Geld: "Manchmal bekommen Mandanten 5 Bescheide an einem Tag – gerne auch von 3 unterschiedlichen Sachbearbeitern." Das sei "Selbstverwaltung par excellence", sagt sie und schließt die Kanzlei ab. Die Agenda 2010, da kann sie sich sicher sein, wird sie weiter beschäftigen. Im Jahr 2011 - und darüber hinaus.

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Kommentare
Ypsylohn schreibt:
17.01.2011 09:02

Worauf kommt es denn letztzlich an? Deutschland steht im internationalen Vergleich sehr gut da, wir haben viele Jobs, der Aufschwung brummt und uns geht es verhältnismäßigh gut. Dank Gerhard Schröder und seiner Agenda! Das sollten wir endlich einmal loben und uns bei ihm dafür bedanken!


Uli67 schreibt:
17.01.2011 09:38

Der Aufschwung hat nichts mit der Agenda zu tun, sondern mit dem Export vor allem weil sich in China riesige Märkte entwickelt haben. Der Arbeiter ist der Leidtragende, der nach 20 Jahren schuften arbeitslos wird weil irgendein toller Manager sich verrechnet hat. Der Arbeiter kriegt nach einem Jahr so viel wie jeder, der lieber nur gleich morgens zum Saufen am Büdchen stand oder aus dem Ausland kam um es sich hier gut gehen zu lassen, dem Manager passiert ja nix.


SeKi schreibt:
17.01.2011 09:48

Klar, das Resultat ist mäßiger bis guter Wohlstand, entscheidet ist aber, WIE wir dazu gekommen sind. Wenn Billigarbeitskräfte den Fachmenschen vorgezogen werden, dann geht daran der eigentliche Arbeitsmarkt kaputt.


Martin Wellenstein schreibt:
17.01.2011 10:21

Es ist nicht lange her, da lebte ein nicht unerheblicher Teil der Menschen trotz Arbeit in Armut. Heute ist es nahezu breiter Konsens in den Medien, dass es eine Zumutung darstellt, wenn das Leben ohne Arbeit mit Hartz IV zu gewissen materiellen Entbehrungen führt. Ich verstehe diese lebensferne Sichtweise nicht annähernd. Der Forderungslogik nach bleiben bei Hartz IV Geld und Freizeit, während den Arbeitenden nur das Geld bleibt. Viele meiner Verwandten lebten auch noch zu Zeiten des Wirtschaftswunders trotz Arbeit in Armut. Obwohl es möglich gewesen wäre Sozialhilfe ergänzend zu beziehen taten sie dies nicht, weil es ihrem Ehrgefühl widersprach. Ich frage mich, wo wir eigentlich gesellschaftlich hingekommen sind. Eine andere Sache sind die Ein-Euro-Jobs. Wenn es dem Staat möglich ist, auf diese Weise seine sonst teils Unvermittelbaren zu beschäftigen und gleichzeitig in bestimmten Fällen Geld bei der Fremdvergabe bestimmter Handwerkeraufträge zu sparen, dann muss natürlich betriebswirtschaftlich entschieden werden. Das ist richtig so. Die Aufregung verstehe ich nicht. Es wird weiteren Veränderungen kommen müssen: Hartz IV für Arbeitsfähige nur noch dann, wenn diese in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen untergebracht und daran teilnehmen. Dies senkt den Missbrauch und erhält die Fähigkeiten der Teilnehmenden einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Agenda 2010 war nur der notwendige aber leider halbherzige Anfang.


ehacht schreibt:
17.01.2011 10:25

@Ypsylohn: Nur Leute die gemütlich ihre Zeit in einer Amtsstube abhocken oder als ein Unternehmer/Zocker zu den Gewinnern der 2010-Reform gehören, glauben noch an das Märchen vom Bruder Brüderle, dass Deutschland auf der linken Spur der Wohlstandsautobahn sitzt. Einige wenige Zocker oder Leute die Glück haben und ihre alten defacto unkündbaren Jobs behalten dirften, gehören zu den Gewinnern. Die grosse Mehrheit, die in den letzten Jahren den Job wechseln musste, hat weniger Geld in der Tasche und muss zu schlechteren Arbeitsbedingungen wenig Urlaub, Befristungen, Zeitverträge, Billigjobs etc. arbeiten. ...weiter schöne Träume!


Detlef Singer schreibt:
17.01.2011 10:42

...wer hat uns verraten? ... Jeder weitere Kommentar meinerseits erübrigt sich damit!


A.M. schreibt:
17.01.2011 11:18

Durch die Globalisierung bekommt das Sozialwunderland Deutschland ein zunehmendes Problem, die sehr hohen Sozialstandards aufrechtzuerhalten - und das ist auch gut so ... Die staatlichen Flankierungen weit mehr als Hartz 4 sind dafür eingerichtet, t e m p o r ä r e Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren und nicht eine dauerhafte Allimentierung von Zeitgenossen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in dem ihnen möglichen Umfangnicht zum Gemeinwohl der Gesellschaft beitragen wollen, zu leisten. Die Agenda 2010 war dafür ein mutiger erster Schritt.


Bernd. A. schreibt:
17.01.2011 11:46

Wenn in einem Entwicklungsland ein Regierungschef während seiner Amtszeit die Voraussetzungen dafür schafft, um sich nach seiner Amtszeit von einem Regierungschef eines anderen Landes die Petrodollars, Pardon Gasdollars, mit beiden Händen in seine Taschen stopfen zu lassen, dann haben wir dafür eine Bezeichnung: Korruption. Wenn dies jedoch in Deutschland von einem Hannoveraner mit ungefärbten Haaren gemacht wird, dann nennen wir das freie Berufswahl, oder so ähnlich. Die SPD wird noch sehr lange unter dem Verrat an ihren sozialen Grundsätzen durch ihren ehemaligen Vorsitzenden Schröder zu leiden haben. Das schreibt ein ehemaliger SPD-Stammwähler, der kein Hartz4 bezieht!


Klaus schreibt:
17.01.2011 11:59

Durch die Globalisierung, haben sich die Starken und Mächtigen durchgesetzt. Am Besten die, welche keine Rücksicht zu nehmen brauchen, auf Wähler. Die meisten haben das nicht gecheckt im Jahr 2003, was die Agenda 2010 und ein paar andere Gesetze bedeuten. Mir war das sofort klar, keine ausreichende Versorgung im Alter und für Kinder. In anderen Ländern, den Zusammenbruch von Systemen und Strukturen, was massive Emigration auslöst und Unruhen.


pragmat schreibt:
17.01.2011 12:37

Schröder war der beste CDU-Kanzler, den es gab. Besser konnte man den Unternehmern nicht helfen, den Arbeitnehmern das Geld aus der Tasche zu ziehen.


harald schreibt:
17.01.2011 12:44

YPsylohn:schön weiter Träumen!!!!


gert schreibt:
17.01.2011 12:46

...wird mit dem Artikel etwa das Super-Wahlkampf Jahr eröffnet? Natürlich werden bei allen Entscheidungen die da oben getroffen werden bzw. wurden, es immer ettliche geben, die diese für richtig bzw. falsch halten. Die Agenda 2010 war zwar nicht perfekt, aber enorm wichtig für unser Land - Schröder ein Politiker notwendiger Taten. Wir sollten heute nicht soviel Jammern, sondern optimistisch nach vorne und das bestehende weiter verbessern. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof und Deutschland ist auch nicht der Nabel der Welt!


Homer schreibt:
17.01.2011 12:51

Schröder war nach einer langen gelähmten Kohl-Regierung genau der richtige Kanzler, er hat unliebsame Sachen angepackt, wurde leider dafür abgestraft und jetzt haben wir seit zwei Legislaturperioden eine Kanzerlin, die nichts in die Hand nimmt, aber leider von Schröders Umbau stark profitiert. Mit Schröder wäre die SPD genau das was Deutschland immer noch brauchen würde...nicht lang diskutieren und moderieren, sondern MACHEN!


alfons1249 schreibt:
17.01.2011 12:58

Ich beziehe kein Hartz IV und auch keine andere staatliche Leistung, obwohl ich seit vier Jahren ohne Arbeit bin, davon zwei mit ALG I. Ich habe mich mit voller Absicht aus diesem Sklavensystem AfA/ArGe abgemeldet, weil von dort keinerlei Hilfe einen Arbeitsplatz zu bekommen zu erwarten ist, auch weil ich keinerlei Chance auf dem Markt habe mit 61 Jahren. Dank des Einsatzes des Basta.Kanzlers sind diese beiden Institutionen nur noch da um die Menschen zu verwalten und zu betrügen, ansonsten würden die Gerichte nicht vor Arbeit überquellen. Das Sozialsystem vor Hartz IV war weitaus besser und sozialer auch für den Staat preiswerter. Der Schröder hat vor lauter Egoismus das ganze deutsche Volk verraten und verkauft und mit seinem Abschiedsgeschenk fast völlig vernichtet - den Rest besorgen die Eurokraten.


lichti schreibt:
17.01.2011 13:04

ein sehr zentraler Satz: ... der Staat zieht sich zurück und private Initiativen müssen es richten... Das gilt nicht nur für die Sicherstellung von einigermaßen erträglichen Lebensbedingungen bei in Armut lebenden Menschen, sondern auch in zahllosen weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Der Staat zieht sich zurück, trotzdem werden Steuern und Abgaben nicht geringer und die Neu- bzw. Staatsverschuldung steigt auch munter. Wo geht das ganze Geld hin, was von staatlicher Seite eingesammelt wird? Das ist die Kernfrage in diesem unserem Lande!


Martin Wellenstein schreibt:
17.01.2011 13:15

Man stelle sich vor, man schaffe einen Bundesarbeitsdienst, der jedem der arbeiten möchte eine zugegeben vergleichsweise niedrig bezahlte Tätigkeit zuweist. Man stelle sich vor, man sorge für ein hohes Bildungsniveau, welches verbindliche Standards für Kernkompetenzen schafft und diese ohne Ausnahme kontrolliert und sanktioniert. Man stelle sich vor, man beschränke die Migration auf jene Zuwanderer, die dem Land von Nutzen sind. Man stelle sich vor, man setze jene Maßnahmen um, die notwendig sind, um die demographische Wende bei der Mittelschicht zu erreichen. Man stelle sich vor, die Bürger und Politiker fühlten sich wieder ihrem Land verpflichtet. Man setze statt Individualismus und Sozialismus auf Pragmatismus. Dies ist alles machbar - bezahlbar allemal. Das ist alles eine Frage des Willens.


Peter schreibt:
17.01.2011 13:32

Man kann immer leicht reden, wie man es besser machen könnte. Aber so einfach ist es auch nicht. Genau wie im Fussball, es millionen bessere Trainer daheim vorm Fernseher zu scheinen gibt, gib es anscheinden auch 82 Millionen bessere Politiker. An all diejenigen die nur rummosern und kritisieren, packt doch selber mal an. Ein Arbeitsplatz und persönlicher Wohlstand ist auch immer eine Frage des eigenen Willen`s und Einsatzbereitschaft. Wer gut gebildet, flexibel und motiviert ist, findet meiner Meinung nach auch einen vernüftig bezahlten Job. Bildung geht nun mal aber auch schon in der Schule los. Ein Hauptschulabschluss ist dabei keine Leistung. Und - es gibt natürlich immer Einzelschicksale. Ganz klar. Aber mir kann auch keiner erzählen dass alle Hartz IV Empfänger achso vom Schicksal gebeutelt sind, dass sie keine andere Wahl haben. Im TV bei solchen Themen stehen auch oft genug jüngere Menschen in der Schlange der Tafel oder beim Arbeitsamt. Das sind nicht alles kranke Menschen oder alleinerziehend.


Agenda SPD-Tod schreibt:
17.01.2011 13:42

Der Tod der SPD war das Ergebnis der Agenda 2010 und Gerhard Schröders Basta-Politik, die inhaltlich eher der FDP zuzuordnen gewesen wäre. Über amerikanische Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt und im Sozialbereich sollte sich niemand freuen, schon gar nicht die für diese Politik Verantwortlichen.


Freddyb schreibt:
17.01.2011 14:07

Aus dem Artikel läßt sich eigentlich eher die negative Einstellung des Autors zum Erreichten herauslesen, als daß dieser Artikel eine objektive Schilderung des Sachverhaltes darstellt. Die Arbeitslosigkeit ist NICHT gesunken? Der Arbeitsmarkt ist NICHT in Bewegung gekommen? Kommentare von Hrn. Ernst sind sicherlich nicht als objektives Zeugnis und Bestätigung für die Meinung des Autors heranzuziehen. Die Agenda 2010 mag unvollkommen sein, die heutige GUTE Situation ist sicherlich auch zu einem wesentlichen Teil der Maßnahmen zu verdanken, die im Rahmen der Agenda umgestzt wurden. Mögen da welche den Schröder nicht????


Andi schreibt:
17.01.2011 14:08

Es ist einfach ein Skandal wenn Menschen die den ganzen Tag/nacht arbeiten am Monatsende nicht genug verdient haben um Überleben zu können. Die 1-Euro Jobs sind im Arbeitsmarkt das verrückteste was ich je gehört habe. Ich kritisiere diese seit dem ersten Entscheid damals. Hartz-4 ist eine Schande für einen Bürgerstaat und Menschen die da rein kommen, kommen fast nicht mehr raus, selbst bei starkem Arbeitswillen. Ich kritisiere auch schon längst die absurd niedrigen Löhne in Deutschland. Die Verarmung des Mittelstandes - dem wirklichen Zugpferd einer jeden Demokratie - wird so nachhaltig zerstört. Es wäre langsam mal Zeit wenn sich die Deutschen Politiker an der Schweiz und ihrem erfolgreichen Arbeitsmarktmodell orientieren würden. Dann könnten sie sich diesen ganzen dogmatischen bürokratischen Unsinn ersparen und die Menschen wüssten wieder wofür sie arbeiten.


Hugo schreibt:
17.01.2011 14:33

Ganz ohne Zynismus: Ein wenig verdächtig ist es doch wohl schon, wenn jemand heute meint, es sei ihm vor 2003 mit Arbeitslosenhilfe oder Sozialhilfe besser gegangen als derzeit mit Harz 4? Ich meine, daß Schröder damals schlechte Berater hatte und von allen Seiten angefeindet und behindert wurde. Bedenkt man diese Umstände, hat er seine Sache gut gemacht. Was versäumt wurde, ist die konsequente Verbesserung der Gesetze angesichts der Erfahrungen, die inzwischen gemacht wurden. Ich sehe auch keinen Grund, warum die Zahlungen nicht jedes Jahr adäquat steigen sollten.


fine schreibt:
17.01.2011 15:44

Au weia, wenn man hier manche Kommentare liest.. Scheinen viele noch in ihrem Wolkenkuckucksheim zu leben, wo alles schön rosa und in Ordnung ist *kopfschüttel* Ich zitiere mal Herrn Schröder am 28. Januar 2005 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: …Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. …. Wie kann man Menschen dazu drängen in einem Niedriglohnsektor zu arbeiten? Indem man Menschen so wenig Geld lässt, das sie davon zwar überleben, aber nicht leben können. Herr Müntefering sagte dazu: “Wer nicht arbeitet, muss auch nicht essen.” oder so ähnlich. Zur Schaffung des größten Niedriglohnsektors in der EU wurde das SGB II als Kombilohn-Modell konzipiert §§ 10, 11 und 30 SGB II, wobei die Zumutbarkeit im § 10 SGB II allein auf sittenwidrige Löhne gesenkt wurde sprich Löhne die unterhalb von mehr als 30 unter Tariflöhnen von z.B. 4,82 Euro/Std. liegen. Bruttolöhne von unter 6 oder 5 Euro/Std. wurden damit als “zumutbar” deklariert, obwohl davon niemand allein leben kann, was politisch auch nicht gewollt war und ist! Im Politiker-Jargon heißt das “Mindesteinkommen”, sprich ein Armutslohn trotz Vollzeittätigkeit und steuerfinanzierte ergänzende Sozialleistungen zur Gewinnmaximierung von Unternehmen! NOch Fragen?


Deichgraf schreibt:
17.01.2011 16:40

Jede Partei fordert immer in der Opposition das, was sie in ihrer Regierungszeit nicht umgesetzt hat.


bert schreibt:
17.01.2011 18:23

@freddyb verstehe dich nicht: da steht doch gross und breit; dass der arbeitsmarkt etc . in bewegung geraten ist! und das ist ja auch gut! es gibt aber doch viel mehr als das in einem land...


tomi schreibt:
17.01.2011 19:56

Schade, dass der Schröder nicht mehr da ist... Der hätte es doch geschafft, dass es keine HarzIV Empfänger mehr gäbe. Nun ja... Es gibt glaube ich in Deutschland mehrere Probleme. Subventionen aller Art ! weg. Dann schauen wir mal. Klientelpolitik aller Art ! weg. Dann schauen wir mal. Krankenkassen aller Art ! weg. Dann kann ich auch mal wieder zum Arzt Schauen wir uns mal die Grünen an... alle beschweren sich über die teuren Energie und Spritpreise... Was glauben eigentlich die Wähler ? Es wird mit denen günstiger ? HAHA Schauen wir uns mal SPD an... Eigentlich suchen die noch einmal einen Schröder, nach außen der Mann an der Front ... mehr brauchen die eigentlich nicht. Schauen wir uns die Linken an... Uihhh, da kann man nix sagen, die zerfleischen sich eh bald selbst... warten wir mal ab. Die werden doch eigentlich eh nur von HarzIV Empfängern und ehemaligen Linken gewählt. Schauen wir uns die FDP an ... Hmm, bitte wen ? Die haben mit Ihrer Klientelpolitk soviel Schaden angerichtet, dass die nie wieder gewählt werden dürften. Und nun zur Partei der Kanzlerin.... ein paar Politiker zuviel ausgeschieden... Die anderen zu alt oder zu unerfahren... Durchsetzungsvermögen sieht anders aus. Jeder will immer jedem alles richtig gut machen. Hallo alle mal aufwachen. Wir müssen einfach mal wieder auf den Boden kommen. Ich bin kein HarzIV Empfänger. Stehe in Arbeit, zahle an der Beitragsbemessungsgrenze meine Sozialabgaben und wundere mich wenn ich beim Arzt nicht mehr angenommen werde weil ich mich noch dummerweise noch immer am Sozialsystem beteilige.


Paul schreibt:
17.01.2011 20:46

Eine wahre Tragödie ist das viele arbeitende Menschenzb. Leiharbeiter veniger verdienen als Hartz-ler,dank aller Parteien aber insbesonderer,den SPD Klement,Schröder.Und wer was haben will,der soll es sich selbst verdienen.Basta.


Sigi schreibt:
17.01.2011 23:10

Ich habe im gemeinnützigen Verein gearbeitet und hatte viel mit Jobcenter zu tun gehabt. Vom denken der Mitarbeiter fehlt jede Spur, nur ausfüllen und sonst gar nichts. Zwei Bescheide an einem Tag, in einem Leistung zugesprochen, im anderen abgelehnt. Witzig war als eine berufstätige Frau bei mir mit Einladung vom Jobcenter stand, hatte Panik bekommen dass sie ohne ihr Wissen gekündigt wurde. Als ich beim Jobcenter anrief und den Sachbearbeiter fragte, ob sie noch die rechte Hand weißt was die linke tut kam eine sehr lustige Ausrede: -Der Ehemann dieser Frau bezieht Hartz IV und aus diesem Grund wollte Mitarbeiter des Jobcenter mit der Ehefrau über ihren Ehemann unterhalten. Mitarbeiter des Jobcenter ehemalige Bundeswehrsoldaten und gekündigte Telekom-Mitarbeiter. Einige hatten Spitznamen Morgen, bloß nicht heute. So dauerte die Bearbeitungszeit der Anträge schon 3-4 Monate. Einigen drohte fristlose Mietkündigung, den anderen hatte das Finanzamt Ketten an die Räder angelegt, weil die KfZ-Steuer überfällig war. Wenn man aber die Bilanz zieht und die Umstände einiger Schicksäle anschaut, ist manchmal zu weinen gewesen.


Sven Bock schreibt:
18.01.2011 00:27

@Ypsylohn: Wo brummt der Aufschwung? Mir brummt höchstens der Schädel wenn ich so etwas höre. Der Aufschwung, das sind ständie Preissteigerungen bei den lebenswichtigen Dingen. Aber dann wird dagegen gerechnet das z.B. Flachbild TV Geräte ja immer billiger werden. Aber wer isst schon Flachbildgeräte. Die Dinge die man täglich braucht sind es die uns das Geld aus den Taschen ziehen. Ein Auto oder einen Fernseher kaufe ich alle paar Jahre mal. Milch und Brot und Wurst brauche ich täglich. Strom ebenso wie Heizenergie. Also wo ist der Aufschwung den Du so propagandierst? Allerhöchstens noch auf den Konten von Politikern und Unternehmern. Unternehmer bekommen versteckte Subventionen vom Staat in der Form das sie nur geringe Löhne zahlen, den Rest zahl dann der Staat. Was nutzen Arbeitnehmer dem Staat wenn sie keine Steuern zahlen sondern noch vom Staat Unterstützung erhalten? Im Gegenzug stellen die Unternehmer diesen Politikern serh lukrative Nebenjobs zur Verfügung inklusive Absicherung nach dem Politkerdasein. Hartz IV war nichts wie ein Handel zwischen Politk und Wirtschaft. Ziel war es den beiden Vertragspartnern so viel Gewinn wie möglich zu verschaffen. Die Ware dabei ist das Volk. Und damit man das auch halten kann wird reichlich Propaganda betrieben. Die Medien sind schon Obrigkeitshörig. Echte Journalisten gibt es nicht mehr. Die Wahrheit wird niecht mehr hinterfragt. Was dabei rauskommt sieht man an Leuten wie Dir. Viel Spaß bei Deinem Aufschwung.


freddyb schreibt:
18.01.2011 07:26

Die Agenda 2010 war nicht dazu gedacht, Populäres zu schaffen, sondern Mißstände zu verringern. Die SPD hat dafür auch bezahlt, aber bitteschön, WER hätte es denn WIE BESSER gemacht? DIese Antwort bleiben alle Kritiker schuldig, wie etwas NICHT geht, das wissen die Kinder in der Vorschule auch: SO NICHT. Verteter der Linken mit ihren Sozialträumern und Gutes-Gewissen-Pflegern haben schon in den 80ern versagt, als es damals zum Nato-Doppelbeschluß kam, welcher eine DOPPEL-NULL-Lösung zur Folge hatte Abrüstung durch Aufrüstung, welch eine Logik aber welche Wahrheit mit solchen Ergebnissen!!! Wer regiert, muß Probleme lösen, diese Lösungen sind selten populär. In einer Demokratie werden Problemlöser abgestraft, die Klientel-Anwälte belohnt = FDP Was wir brauchen, sind Männer der Tat wie Helmut Schmidt und Gerd Schröder, keine Aussitzer wie Helmut Kohl oder Blender wie Guido Westerwelle. Ich sehne mich wirklich nach der Zeit der großen Koalition, nicht etwa, weil ich die CDU mag, sondern weil beide große Parteien zum Erfolg verdammt waren, da gabs keinen Platz für parteitaktische Spielchen. Wenn man das Krisenmanagement während der großen Koialition betrachtet, als wir nach dem Lehman-Zusammenbruch knapp vor dem Abgrund standen und das vergleicht mit dem Griechenland-Hickhack, so kann ich wirklich nur hoffen, daß Hr. Westerwelle mit der Koalition bricht und den Weg frei macht für Leute, die nicht nur reden, sondern auch folgerichtig handeln = Steinbrück for President


Auweia schreibt:
18.01.2011 08:35

Diese Gestze sind ein schlechter Witz auf kosten der ärmsten in unserem Lande! Und wenn ich mir einige Kommentare so durchlese... na da hat die 90er Talkshow Gehrinwäsche ja richtig gewirkt. Und bevor jetzt wieder einer die floskel vom jammern ablässt. Die die am meisten jammern sind doch die, die soviel haben das sie noch was abgeben könnten ohne sich einzuschränken zu müssen. Die schaffen ihre Kohle in die Schweiz und Lichtenstein, aber das arme Schwein das zur Arge gehen soll ist ein potentieller Sozialschmarotzer. Und was Aufstockung und ein Euro Jobs angeht. Das ist meiner Meinung nach Wettbewerbsverzerrung und zerstört weitere Jobs. ... Das hat tradition in unserem Lande. Die Wut derer die wenig haben auf die zu lenken die garnichts haben!... Volker Pispers Damit haben wir ja gute Erfahrung gemacht nicht?!?