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Die verletzte 14-jährige Angreiferin wird in Handschellen ins Krankenhaus gebracht.
Die verletzte 14-jährige Angreiferin wird in Handschellen ins Krankenhaus gebracht.(Foto: AP)

Palästinenser-Attacken auf Israelis: Schülerinnen stechen auf alten Mann ein

Die Attentate auf Israelis gehen weiter: Zwei palästinensische Schülerinnen greifen einen 70-Jährigen mit Scheren an. Eine der Angreiferinnen wird ebenso erschossen wie zwei weitere Palästinenser, die Zivilisten töten und verletzen.

Die Serie von Gewalttaten in Israel und den Palästinensergebieten reißt nicht ab: Bei drei Anschlägen wurden nach Angaben von Polizei und Armee ein Israeli getötet und drei weitere Menschen verletzt. Zudem wurden drei palästinensische Angreifer erschossen, darunter eine 16-Jährige. Morgen wird US-Außenminister John Kerry in der Region erwartet. Er möchte zu einem Ende des beinahe täglichen Blutvergießens zwischen Israelis und Palästinensern beitragen.

Nach Polizeiangaben stachen zwei palästinensische Mädchen am Vormittag in der Nähe des Zentralmarkts von Jerusalem auf einen älteren Mann ein. Sie waren mit Scheren bewaffnet. Die 16-jährige Angreiferin wurde erschossen, eine 14-Jährige sei durch die Schüsse eines Streifenpolizisten verletzt worden.

Angegriffener ist Palästinenser

Die Tat ereignete sich in der Jaffa-Straße, einer belebten Fußgängerzone in West-Jerusalem, nahe des bei Touristen beliebten orientalischen Markts Machane Jehuda. Bei dem 70-jährigen Mann, den die in Schuluniform gekleideten Mädchen angriffen und leicht verletzten, handelte es sich den Ermittlern zufolge um einen Palästinenser aus dem Westjordanland. Die Polizei vermutete einen Irrtum der Täterinnen.

Der palästinensische Angreifer an der Tankstelle entlang der Transitstrecke 443 wurde ebenfalls erschossen.
Der palästinensische Angreifer an der Tankstelle entlang der Transitstrecke 443 wurde ebenfalls erschossen.(Foto: dpa)

Bei dem Vorfall wurde zudem ein 27-jähriger Wachmann leicht verletzt, der von einem Querschläger an der Hand getroffen wurde. Die Schüsse hatte ein Polizist abgegeben, der in seinem Auto Zeuge des Angriffs geworden war. Videomaterial einer Überwachungskamera zeigt, wie der Beamte die Mädchen unter vorgehaltener Waffe auffordert, sich zu ergeben, diese aber weiter mit den Scheren um sich stechen. Die Aufnahmen scheinen aber auch zu belegen, dass der Polizist erneut auf die Palästinenserinnen schießt, als diese bereits getroffen auf dem Boden liegen.

Israeli an einer Tankstelle erstochen

Auf einer Transitstrecke, die von Jerusalem durch das Westjordanland in Richtung Tel Aviv führt, wurde am Nachmittag an einer Tankstelle ein Israeli von einem Palästinenser erstochen, ein weiterer wurde verletzt. Wie die Armee weiter mitteilte, wurde der Angreifer getötet. Fast zeitgleich erschossen Soldaten südlich von Nablus im Westjordanland einen Palästinenser, der versucht habe, einen Israeli mit einer Stichwaffe anzugreifen, berichtete ein Armeesprecher.

Seit Anfang Oktober ist die Lage in Israel und im Westjordanland äußerst angespannt. Palästinenser verübten dutzende Attacken auf Israelis, zumeist mit Stichwaffen, aber auch mit Autos oder Schusswaffen. 17 Israelis und ein US-Bürger wurden bei diesen Angriffen getötet, fast zweihundert Menschen verletzt. Ein Eritreer wurde von Israelis misshandelt und getötet, weil sie ihn für einen Täter hielten.

Netanjahu plant weitere Sicherheitsmaßnahmen

Im Zuge der Unruhen, die auch auf das Grenzgebiet zum palästinensischen Gazastreifen übergriffen, starben im gleichen Zeitraum 92 Palästinenser. Dabei handelt es sich in der großen Mehrzahl um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter.

US-Außenminister Kerry will am Dienstag in Unterredungen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Jerusalem und mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah auf eine Beruhigung der Lage drängen. Dabei soll es um praktische vertrauensbildende Schritte gehen.

Netanjahu kündigte unterdessen an, er wolle schärfere Sicherheitsmaßnahmen im Westjordanland ergreifen. Dazu gehören mehr getrennte Straßen für israelische Siedler und Palästinenser sowie der Entzug jeglicher Arbeitserlaubnis in Israel für Angehörige von Attentätern.

Quelle: n-tv.de

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