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Nicht gerade die feine englische Art, aber mit Sicherheit genau die Reaktion, auf die der türkische Präsident nur gewartet hat.
Nicht gerade die feine englische Art, aber mit Sicherheit genau die Reaktion, auf die der türkische Präsident nur gewartet hat.(Foto: picture alliance / Peter Klaunze)

Türkische Regierung protestiert: Schweizer Demonstranten ärgern Erdogan

Mehrere tausend Schweizer protestieren friedlich gegen die Politik des türkischen Präsidenten, einige von ihnen allerdings mit provozierenden Plakaten. Für Erdogan ist das willkommene Wahlkampfmunition - wie er sogleich bei einer Kundgebung beweist.

Eine pro-kurdische Kundgebung in der Schweiz hat wegen eines umstrittenen Transparents zu heftigen Protesten der türkischen Regierung geführt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu habe seinem Schweizer Amtskollegen Didier Burkhalter in einem Telefonat die "Reaktion auf den schändlichen Vorfall" übermittelt, teilte Cavusoglus Ministerium am Samstagabend in Ankara mit. Zudem sei die stellvertretende Schweizer Botschafterin ins türkische Außenministerium einbestellt worden.

Die türkischen Behörden forderten demnach die Einleitung eines strafrechtlichen Verfahrens. Gleichzeitig protestierten sie gegen die Bewilligung der Kundgebung.

"Tötet Erdogan - mit seinen eigenen Waffen"

Nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda hatten zuvor tausende Menschen in Bern friedlich gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie für Frieden, Freiheit und Demokratie in der Türkei demonstriert. Zu der Kundgebung aufgerufen hatten unter anderem kurdische Vereine, Schweizer Parteien und mehrere Schweizer Organisationen.

Ein Transparent zeigte Erdogan mit einer auf ihn gerichteten Pistole. Darunter stand "Tötet Erdogan" und - kleiner gedruckt - "mit seinen eigenen Waffen". "Sie nehmen mein Foto, und, auf meinen Kopf gerichtet, eine Pistole. Ist so etwas fassbar? Wir sprechen von der Schweiz", empörte sich Erdogan am Abend bei einem Auftritt in Antalya. Laut einer sda-Reporterin wurde das Banner von linksautonomen Demonstranten mitgeführt.

Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist seit Wochen wegen des Verbots oder mehrerer Absagen von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker in europäischen Ländern vor dem türkischen Verfassungsreferendum gespannt. Erdogan hatte die EU deshalb mehrfach scharf angegriffen und Deutschland und den Niederlanden "Nazi-Methoden" vorgeworfen.

Quelle: n-tv.de

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