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Beim Duschen gefilmt?: Security soll Migrantinnen belästigt haben

In einer Kölner Flüchtlingsunterkunft sollen Angestellte eines Sicherheitsdienstes Flüchtlingsfrauen massiv sexuell angegangen haben. Und das ist offenbar nicht der einzige Missstand.

Mehrere Bewohnerinnen eines Kölner Flüchtlingsheims haben Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes sexuelle Belästigung vorgeworfen. Darüber berichten Spiegel Online und der "Kölner Stadt Anzeiger".

Die Frauen bezichtigen die Mitarbeiter, sie beim Duschen und Stillen fotografiert und gefilmt zu haben. Außerdem sollen sie den Asylbewerberinnen aufgelauert und versucht haben, sie zum Geschlechtsverkehr zu überreden. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" zitiert eine junge Syrerin: "Mich hat ein Mann gefragt, ob ich mit ihm kommen würde, er würde gern mit mir zusammen sein." Sie habe dem Mann gesagt, sie sei liiert und nicht interessiert. Daraufhin soll der Mann gesagt haben, dass sie dann bald aus dem Flüchtlingsheim rausflöge. "Ich habe Angst", so die Syrerin.

In einem offenen Brief ist von neun Sicherheitsleuten die Rede, die die Flüchtlingsfrauen belästigt haben sollen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die betroffene Security-Firma nimmt ihre Mitarbeiter jedoch in Schutz. "Ich bin entsetzt über die Vorwürfe", sagte Bernhard Deschamps, Projektmanager des Sicherheitsdienstes gegenüber dem "Kölner Stadt Anzeiger".  "Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind."

Auch Hygiene ist eine Katastrophe

Es gibt noch einen zweiten offenen Brief, der Missstände in der Flüchtlingsunterkunft im Kölner Stadtteil Humboldt/Gremberg bemängelt. In dem Brief heißt es, es gebe nicht genug zu essen, keine Übersetzer und kaum Hilfe bei gesundheitlichen Problemen. Außerdem seien die hygienischen Zustände in der Halle einer Grundschule und eines Berufskollegs miserabel: Für die 200 Personen stünden lediglich sechs Toiletten und zwei Duschen zur Verfügung.

Um auf die Missstände aufmerksam zu machen, versammelten sich am Mittwochnachmittag rund 50 Menschen zu einer Spontandemonstration nahe der Unterkunft. Dabei wurden die beiden Briefe verteilt. "Wir sind dabei, die Vorwürfe zu prüfen", sagte einer Sprecherin der Stadt Köln "Spiegel Online".

Quelle: n-tv.de

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