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Hier beim Hilfseinsatz in Haiti.
Hier beim Hilfseinsatz in Haiti.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch unter deutscher Beteiligung: Sexvorwürfe gegen Blauhelme nehmen zu

Blauhelmsoldaten und andere Mitarbeiter von UN-Missionen sollen 2015 in insgesamt 69 Fälle von sexuellem Missbrauch vorwickelt sein. Die Beschuldigten kommen aus 21 Ländern. Die Vorwürfe richten sich auch gegen Deutschland.

Die Vereinten Nationen haben in einem Untersuchungsbericht einen "zutiefst beunruhigenden" Anstieg von Sexvorwürfen gegen Blauhelmsoldaten festgestellt. Demzufolge seien im vergangenen Jahr 69 Fälle gemeldet worden, die UN-Friedenssoldaten aus 21 Ländern beträfen. Unter den Opfern seien mindestens 22 Kinder. Der UN-Sicherheitsrat bereitet auf Bestreben der USA erstmals eine Resolution vor, die sich mit dem Problem befassen soll.

Die meisten beschuldigten UN-Soldaten stammen demnach aus afrikanischen Ländern. An der Spitze steht die Demokratische Republik Kongo, deren Blauhelmsoldaten in sieben Fällen unter Verdacht gerieten. Aber auch gegen Polizisten aus Deutschland und Kanada, die an UN-Missionen beteiligt waren, wurden den Angaben zufolge Sexvorwürfe erhoben.

Besonders betroffen ist die UN-Mission Minusca in der Zentralafrikanischen Republik, in der einer Reihe von Blauhelmen vorgeworfen wurde, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Starke Probleme gibt es dem UN-Bericht zufolge auch bei der Monusco-Mission in der Demokratischen Republik Kongo. Die 69 Fälle im vergangenen Jahr sind ein deutlicher Anstieg gegenüber 2014, als 52 Fälle gemeldet worden waren.

Strafrechtliche Konsequenzen hat es bislang in keinem der Fälle aus dem vergangenen Jahr gegeben. Laut den UN-Einsatzregeln obliegt es den Heimatländern der Soldaten, Anklage zu erheben. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass die Beschuldigten oft nicht zur Verantwortung gezogen würden oder nur leichte Strafen erhielten.

Quelle: n-tv.de

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