Politik
Edward Snowden darf vorerst in Russland bleiben. Doch wie lange noch wird er das auch tun?
Edward Snowden darf vorerst in Russland bleiben. Doch wie lange noch wird er das auch tun?(Foto: dpa)

Aussicht auf russischen Pass: Snowden darf länger in Russland bleiben

Edward Snowden ist seit mehr als drei Jahren auf der Flucht vor den US-Behörden. Nun wird seine Aufenthaltserlaubnis in Russland um weitere drei Jahren verlängert - und sein Anwalt hofft sogar auf noch mehr.

Russland hat die Aufenthaltserlaubnis des aus den USA geflohenen Whistleblowers Edward Snowden nach Angaben seines Anwaltes um drei Jahre verlängert. "Er hat jetzt eine Genehmigung bis 2020", sagte sein Anwalt Anatoli Kutscherena der Agentur Tass in Moskau. Zuvor hatten russische Medien unter Berufung auf die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, berichtet, dass Snowden eine Genehmigung für weitere zwei Jahre bekommen habe.

Die russischen Behörden hätten die Entscheidung für eine Verlängerung bereits zu Jahresbeginn getroffen, sagte der Anwalt. Der Kreml lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Die bisherige Aufenthaltsgenehmigung des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters ist bis August 2017 gültig.

Kutscherena hielt es zudem für möglich, dass Snowden bald einen russischen Pass bekommen könnte. "In naher Zukunft kann er einen Antrag auf die russische Staatsbürgerschaft stellen", sagte er. Sollte Snowden sich länger als fünf Jahre in Russland aufhalten, hätte er Anspruch darauf. "Die Entscheidung muss er aber ganz alleine treffen."

Snowden hatte die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Er lebt nach einer abenteuerlichen Flucht seit Juni 2013 in Russland. Die USA fordern seine Auslieferung wegen Geheimnisverrats. Moskau lehnt eine Abschiebung ab. Dem 33-Jährigen droht in den USA eine Haftstrafe.

Snowden reist und hat Heimweh

Dem Kreml-nahen Juristen Kutscherena zufolge hält sich Snowden an einem geheimen Ort in Russland auf; er reise viel und habe Arbeit. Dennoch vermisse er die USA und seine Familie. "Er sagt immer wieder, dass er Heimweh hat. Natürlich ist dieser Wunsch verständlich", sagt der Anwalt. Dort könne er aber keinen fairen und unabhängigen Prozess erwarten.

Unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps hatte Kutscherena betont, dass sich Moskau auch nach einer möglichen Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen nicht auf eine Abschiebung einlassen werde.

Gerade erst hatte Washington bei einer anderen Whistleblowerin Gnade gezeigt. Zwei Tage vor Ende seiner Amtszeit begnadigte US-Präsident Barack Obama die ehemalige Informantin Chelsea Manning. Sie hatte der Plattform Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente zugespielt und war zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Snowden selbst gratulierte Chelsea Manning. "In fünf Monaten bist du frei. Danke für alles, was du getan hast, Chelsea. Bleib noch eine Weile stark!", twitterte Snowden am Dienstagabend. Manning soll das Gefängnis am 17. Mai 2017 verlassen dürfen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen