Politik
Apple zahle weltweit am meisten Steuern, teilt der Konzern mit, alles sei legal.
Apple zahle weltweit am meisten Steuern, teilt der Konzern mit, alles sei legal.(Foto: dpa)
Montag, 06. November 2017

"Paradise Papers" decken auf: So tricksen Apple, Nike und Lewis Hamilton

Die "Paradise Papers" enthüllen Finanzgebaren von Konzernen und Superreichen – nun stellt sich heraus, wie Apple seine Steuerlast im Ausland auf einen Mini-Betrag drücken konnte und ein Formel-1-Weltmeister reichlich Geld spart.

Dem iPhone-Konzern Apple soll es im vergangenen Jahr gelungen sein, seinen Steuersatz für ausländische Gewinne auf 3,7 Prozent zu drücken. Das gehe aus den "Paradise Papers" hervor, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach zeigen neueste Zahlen, dass das teuerste Unternehmen der Welt im vergangenen Jahr außerhalb der USA 44,7 Milliarden Dollar erwirtschaftete, darauf aber nur 1,7 Milliarden Steuern gezahlt habe.

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Das sei möglich geworden, da der Konzern zwei ursprünglich in Irland ansässige Tochterfirmen auf der Ärmelkanal-Insel Jersey beheimaten konnte. Dort gelte für Unternehmen ein Steuersatz von null Prozent. Zuvor habe Apple eine Lücke im irischen Steuerrecht genutzt, die es den dort ansässigen Unternehmen ermöglichte, in keinem Land der Welt Steuern zu zahlen. Diese Lücke sei aber vor zwei Jahren geschlossen worden.

Dem Bericht der Zeitung zufolge fragte Apple im Frühjahr 2014 schriftlich beim Offshore-Dienstlester Appleby nach, ob es möglich sei, eine offizielle Bestätigung der Steuerbefreiung zu bekommen, oder ob das etwas koste. Ein Apple-Sprecher sagte demnach zu den Enthüllungen, Apple sei der größte Steuerzahler der Welt und halte sich an die Gesetze.

Auch das Modell von Sportartikelhersteller Nike wird im Artikel erläutert. Demnach gründete der Konzern Offshore-Firmen auf Bermuda und siedelte dort die Lizenzrechte an. Um Markenrechte zu nutzen, hätten dann Nike-Zweigstellen Hunderte Millionen Euro an Lizenzgebühren zahlen müssen - so schmolzen die Gewinne vor Ort ab, die Steuerlast sank. Auf diese Weise sei es dem Unternehmen gelungen, die globale Steuerrate von 35 Prozent im Jahr 2002 auf "nur mehr rund 13 Prozent" zu drücken.

Laut Bericht spart auch Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton Millionenbeträge mit Hilfe von Steueroasen. So verfüge er über "etliche Briefkastenfirmen". Auf diese Weise habe er bei der Anschaffung eines Privatjets mehr als vier Millionen Euro Mehrwertsteuer gespart. Dafür habe er lediglich bei der Einfuhr einmal auf der Isle of Man landen müssen, um die Formalitäten zu erledigen.

Quelle: n-tv.de

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