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Das ist nicht fein.
Das ist nicht fein.(Foto: REUTERS)

"Nein zu einem deutschen Europa": Spanier mögen Merkel nicht

Hunderte Spanier ziehen in Madrid über die deutsche Bundeskanzlerin her. Sie tragen Transparente, die Merkel mit einem Hakenkreuz auf dem Gesicht zeigen. Bei ihrem Zug durch die Innenstadt zur deutschen Botschaft skandieren sie "Merkel Go Home" und "Nein zu einem deutschen Europa". Merkel hatte zuvor mit Regierungschef Rajoy gesprochen.

Merkel ist nicht willkommen in Madrid.
Merkel ist nicht willkommen in Madrid.(Foto: AP)

Mehr als 300 Menschen haben in Madrid gegen die Euro-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel demonstriert. "Nein zu einem deutschen Europa" und "Merkel Go Home" stand auf Transparenten und Schildern, die von den Demonstranten bei ihrem Protest am Donnerstagabend gezeigt wurden. Auf einigen war das Gesicht der Kanzlerin mit Hakenkreuzen bemalt. Von der Madrider Vertretung des Europäischen Parlaments zogen die Demonstranten zur deutschen Botschaft, die von der Polizei geschützt wurde.

Merkel war zuvor in Madrid mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zusammengekommen. Spanien befindet sich seit dem Platzen einer Immobilienblase im Jahr 2008 in einer Abwärtsspirale. Madrid beantragte beim Eurorettungsfonds Milliardenhilfen zur Sanierung seiner Banken. Mehrere Regionen des Landes benötigen zudem Finanzhilfen der spanischen Regierung. Einen Antrag auf Unterstützung für seinen Staatshaushalt will Madrid aber vermeiden.

Merkel will sich nicht einmischen

Die Botschaften dürften auch in Berlin nicht gut ankommen.
Die Botschaften dürften auch in Berlin nicht gut ankommen.(Foto: REUTERS)

Mehrfach hatte Merkel bei ihrem Besuch der spanischen Regierung den Rücken gestärkt und Hilfe auf dem schwierigen Reformweg versprochen. "Die Reformen sind kein Selbstzweck", betonte Merkel. Sie dienten der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Merkel zeigte sich "zutiefst überzeugt", dass Spanien auf dem richtigen Weg sei.

Bei der Umsetzung der notwendigen Reformen wollte Merkel Spanien keine Ratschläge geben. "Ich bin nicht hier, um zu sagen, welche Reformen gemacht werden müssen", sagte Merkel. "Wir haben große Hochachtung, vor dem, was in Spanien geleistet wird".

Die spanische Regierung hatte ihrem Land, das unter einer Rekordarbeitslosenquote von 24,6 Prozent ächzt, rigorose Sparmaßnahmen aufgezwungen. Das Ziel ist, das Haushaltsdefizit von 8,9 Prozent im Jahr 2011 bis 2014 auf 2,8 Prozent zu drücken. Zudem ist die Jugendarbeitslosigkeit eines der größten Probleme des Landes und in den vergangenen Monaten auf erschreckende 52,7 Prozent gestiegen.

Quelle: n-tv.de

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