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Die Kirchen könnten in Zukunft vermehrt auf andere Geldquellen angewiesen sein.
Die Kirchen könnten in Zukunft vermehrt auf andere Geldquellen angewiesen sein.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kirchenfinanzierung wird überdacht: Staat will nicht mehr zahlen

Geht es nach Union, FDP und SPD, erhalten die Kirchen in Zukunft kein Geld mehr vom Staat. Anstatt jährlich knapp eine halbe Milliarde zu überweisen, soll es eine Einmalzahlung geben. Die Kirchen könnten sich wehren, denn die Zahlungen sind eine Entschädigung für Enteignungen.

Im Bundestag zeichnet sich laut "Spiegel" eine fraktionsübergreifende Mehrheit ab, die Staatsleistungen an die Kirchen neu zu regeln. Die Zahlungen gehen unter anderem zurück auf Enteignungen im 19. Jahrhundert. 2012 spülten sie schätzungsweise 475 Millionen Euro in die Kirchenkassen. Im Innenausschuss wird ein Entwurf der Linksfraktion beraten, der statt der jährlichen Staatszahlungen an die Kirche eine Einmalzahlung vorsieht.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge sind sowohl die Koalition als auch die SPD dafür, das Verfahren zu überdenken. Der SPD-Haushaltspolitiker Rolf Schwanitz sagte über das Papier, es sei ein sehr guter und längst überfälliger Gesetzentwurf. Der religionspolitische Sprecher der Linken, Raju Sharma, nannte die bisherige Regelung ein Relikt aus dem vorletzten Jahrhundert.

Die Säkularisierung machte aus Kirchenbesitz Staatsbesitz: Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurden tausende Kirchen und Klöster enteignet – zur Entschädigung dafür erhalten die Kirchen bis heute quasi Zinsen auf den damaligen Wert.

Quelle: n-tv.de

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