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Ein deutscher Soldat bildet im Mai 2013 in Mali einen Pionier der malischen Armee bei der Minensuche aus.
Ein deutscher Soldat bildet im Mai 2013 in Mali einen Pionier der malischen Armee bei der Minensuche aus.(Foto: dpa)

Mehr deutsche Soldaten nach Afrika: Steinmeier prüft Bundeswehr-Einsätze

Glaubt man Außenminister Steinmeier, geht es auch um europäische Interessen: Damit die Folgen von Instabilität und Vertreibung in Afrika nicht auch in Europa ankommen, erwägt er ein größeres deutsches Militärengagement in Afrika.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier prüft ein militärisches Engagement sowohl in der Zentralafrikanischen Republik als auch im westafrikanischen Mali. Europa könne Frankreich bei seinen Bemühungen um Frieden in diesen Ländern nicht alleine lassen, sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Frankreich habe Mali davor gerettet, von islamistischen Fundamentalisten überrannt zu werden und sei jetzt dabei, in der Zentralafrikanischen Republik Schlimmeres zu verhindern. Es gehe auch um europäische Interessen, wenn in Afrika Instabilität, Vertreibung und Terrorismus drohen, deren Folgen auch in Europa ankämen, erläuterte Steinmeier.

Zu einer Beteiligung mit kämpfenden Einheiten sei Deutschland nicht gefragt und auch nicht darum gebeten worden. "Aber über Möglichkeiten stärkerer Unterstützung, etwa in Mali, müssen wir nachdenken. Das ist Teil unserer Verantwortung", erklärte Steinmeier weiter. Er kündigte an, auf dem Treffen der Außenminister der Europäischen Union am Montag sorgfältig Möglichkeiten und Risiken einer europäischen Mission zu prüfen.

Steinmeier reist nach Paris

Steinmeier telefonierte nach Angaben der Zeitung am Samstagvormittag mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius in der Angelegenheit. Am Dienstag reise Steinmeier nach Paris, um mit Fabius die Gespräche über einen möglichen Einsatz in Afrika fortzusetzen. Das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit dem Verteidigungsministerium, das jedoch vor einer Entscheidung über die Einsätze erst das Treffen der EU-Außenminister am Montag abwarten wolle, hieß es in dem Bericht weiter.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass die deutsch-französische Brigade die bereits laufende Ausbildungsmission in Mali verstärken und Schutzaufgaben übernehmen solle. Zudem würden deutsche Streitkräfte einen europäischen Militäreinsatz in Zentralafrika mit Transportflugzeugen und Luftbetankung unterstützen.

Die Bundeswehr unterhält bereits ein Ausbilder-Kontingent in Mali. Für die Zentralafrikanische Republik hatte die Bundesregierung bisher nur angeboten, Truppen und Material in ein Nachbarland zu transportieren. Der Zeitung zufolge wird nun angeboten, direkt in die Hauptstadt Bangui zu fliegen.

Quelle: n-tv.de

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