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Gute Beziehungen: Der deutsche Außenminister war zuletzt im Oktober in Saudi-Arabien zu Besuch.
Gute Beziehungen: Der deutsche Außenminister war zuletzt im Oktober in Saudi-Arabien zu Besuch.(Foto: dpa)

Reise nach Saudi-Arabien und Iran: Steinmeier will Streit am Golf schlichten

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran destabilisiert die gesamte Region. Aufgrund der mehr als ein Jahrtausend alten Feindschaft zwischen Sunniten und Schiiten gilt der Streit als unauflösbar. Der Bundesaußenminister versucht es dennoch.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will die zerstrittenen regionalen Kontrahenten Iran und Saudi-Arabien wieder zu normalen Beziehungen bewegen. Gleichzeitig will er mit seiner heute beginnenden Reise nach Teheran und Riad Unterstützung für eine Lösung des Syrien-Konflikts bei den Genfer Friedensgesprächen einholen. Der Iran und Saudi-Arabien ringen um Vorherrschaft in der Region und spielen eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Konflikts.

Die Syrien-Gespräche hatten vor dem Wochenende nach langem Streit über den Teilnehmerkreis begonnen. Sie sollen den inzwischen seit fünf Jahren anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien mit mehr als 250.000 Toten beenden. Ein Erfolg der Syrien-Verhandlungen in Genf ohne Mitwirkung Saudi-Arabiens und des Irans gilt als nahezu unmöglich. Zuletzt hatte Steinmeier die verfeindeten Staaten im Oktober besucht.

"Jetzt ist wieder einmal ein Moment der Wahrheit", sagte Steinmeier mit Blick auf die von den Vereinten Nationen geleiteten Verhandlungen. Alle an dem Friedensprozess beteiligten müssten jetzt ihren Einfluss geltend machen, damit die vereinbarten Prinzipien auch umgesetzt werden. Saudi-Arabien und Iran saßen mit am Tisch, als der Prozess im vergangenen Oktober in Wien in die Wege geleitet wurde.

Kritik vom Koalitionspartner

Saudi-Arabien hatte zu Jahresbeginn die Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem Demonstranten die saudi-arabische Botschaft in Teheran gestürmt hatten. Zuvor waren 47 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet worden, darunter ein bekannter schiitischer Geistlicher. Der Iran gilt als Schutzmacht der Schiiten, Saudi-Arabien ist das mächtigste sunnitisch geprägte Land in der islamischen Welt. Außer in Syrien liefern sich beide Länder auch im Jemen einen blutigen Stellvertreterkrieg.

Steinmeier reist am Dienstag zunächst zu einer Konferenz zum Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nach Rom. Von dort fliegt er nach Teheran, wo Treffen mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und Präsident Hassan Ruhani geplant sind. In Saudi-Arabien nimmt Steinmeier an einem Kulturfestival teil, will bei seinen politischen Unterredungen aber auch Menschenrechtsfragen ansprechen.

Wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien hatte es Kritik an der Reise nach Riad gegeben - sowohl aus der Opposition als auch vom Koalitionspartner CDU.

Quelle: n-tv.de

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