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Eine Polizeibeamtin sichert in Wutha-Farnroda Spuren.
Eine Polizeibeamtin sichert in Wutha-Farnroda Spuren.(Foto: dpa)

Tote in Thüringen und Niedersachsen: Streitereien unter Asylbewerbern eskalieren

Am Samstagabend kommt es in zwei Flüchtlingsheimen in Thüringen und Niedersachsen zu tödlichen Streitereien. In beiden Fällen sticht ein Asylbewerber einen Mitbewohner nieder. Die Täter werden festgenommen.

Bei einem Streit in einer Asylbewerberunterkunft im thüringischen Wutha-Farnroda ist am späten Samstagabend ein 20 Jahre alter Mann getötet worden. Aus noch unbekannten Gründen habe ein 18-Jähriger in einer Auseinandersetzung unter drei gemeinsam in einer Wohnung untergebrachten Asylbewerbern aus Afghanistan ein Messer gezückt und seinen Mitbewohner getötet, teilte die Polizei in Gotha mit.

Der dritte Asylbewerber konnte unverletzt aus der Wohnung fliehen. Der Täter lief ebenfalls in Freie und traf auf seiner Flucht vor der Wohnung auf einen 22 Jahre alten Deutschen, den er ebenfalls niederstach und dabei schwer verletzte. Der 22-Jährige schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Täter konnte der Polizei zufolge kurz nach der Tat im Ortsgebiet gefasst und festgenommen werden. Die Leiche des Erstochenen sollte noch am Sonntag in Jena obduziert werden.

Nach Angaben der Polizei und der zuständigen Staatsanwaltschaft Meiningen sind Motive und Hintergründe noch völlig unklar. "Der mutmaßliche Täter wird vernommen. Er hat sich aber noch nicht näher zu der Tat eingelassen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der verletzte Deutsche ist noch nicht vernehmungsfähig.

Ebenfalls am Samstagabend erstach ein somalischer Flüchtling einen Landsmann in einer Unterkunft im niedersächsischen Neuenkirchen. Der 24-Jährige traf sein 20-jähriges Opfer am Hals, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Die Tat ereignete sich in einem Mehrfamilienhaus, das die Gemeinde in der Lüneburger Heide zur Flüchtlingsunterbringung angemietet hat.

Mutmaßlicher Täter und Opfer hatten sich schon vor der Einreise nach Deutschland gekannt. Sie lebten seit dem Frühjahr in Neuenkirchen. Sie bewohnten gemeinsam eine Wohnung in dem Haus. Die Polizei geht davon aus, dass der Konflikt zwischen ihnen schon länger schwelte und seine Wurzeln in der Zeit vor der Einreise hat.

Quelle: n-tv.de

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