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Französische Polizisten filzen einen Mann an einem Pariser Bahnhof.
Französische Polizisten filzen einen Mann an einem Pariser Bahnhof.(Foto: REUTERS)

Bereits ein Dutzend Festnahmen: Suche nach Terrorverdächtigen geht weiter

Nach den Selbstmordanschlägen von Brüssel ist noch mindestens ein Terrorist auf der Flucht, möglicherweise zwei. Derweil warnt nicht nur der französische Präsident vor weiteren Anschlägen, auch Bundesjustizminister Maas sieht Deutschland als potenzielles Ziel.

Nach den Selbstmordanschlägen von Brüssel fahnden die Behörden weiter nach Komplizen und Hintermännern. Zuletzt wurden in Belgien, Frankreich und Deutschland fast ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Noch flüchtig ist zum Beispiel der dritte Mann mit heller Jacke und Hut, der auf Bildern einer Flughafen-Überwachungskamera mit den beiden mutmaßlichen Selbstmordattentätern zu sehen ist. Außerdem könnte auch der Attentäter in der Metro-Station Maelbeek einen Komplizen gehabt haben. Bei den Anschlägen am Flughafen und in der Metro wurden am Dienstag 31 Menschen getötet und etwa 300 verletzt. Unter den Toten ist auch eine Frau aus Aachen.

Der französische Präsident François Hollande warnte trotz der Fahndungserfolge bei Polizeiaktionen gegen islamistische Terroristen in Frankreich und Belgien vor einer anhaltenden Bedrohung. Mit den Razzien in Paris und Brüssel werde die für die Terrorattacken in beiden Städten verantwortliche Verbindung zerschlagen, sagte er am Freitag. Gleichzeitig warnte Hollande: "Wir wissen, dass es andere Netzwerke gibt."

Auch Deutschland im Visier von Terroristen

Bundesjustizmister Heiko Maas hält Terroranschläge in Deutschland derweil für möglich. "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der internationale Terrorismus eine Dauerschleife um Deutschland herum zieht", sagte der SPD-Politiker der "Saarbrücker Zeitung". Die Bundesrepublik sei seit längerer Zeit ein potenzielles Anschlagsziel.

Allein in Belgien gab es bis Freitagnachmittag acht Festnahmen. In Paris wurde ein Mann gefasst und damit nach Regierungsangaben ein Anschlagsplan vereitelt. In Deutschland nahm die Polizei zwei Männer fest, die zum Umfeld der Brüssel-Attentäter gehören könnten. Offiziell bestätigten die Behörden am Freitag zwei Festnahmen in Gießen und im Raum Düsseldorf, wollten sich aber nicht zu Details äußern.

Die Brüsseler Attentäter sollen Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris und Saint-Denis gehabt haben, bei denen am 13. November 130 Menschen ermordet wurden. US-Außenminister John Kerry sicherte Belgien und Europa amerikanische Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu. "Wir werden jede erforderliche Hilfe leisten, um diese abscheulichen Taten aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte er bei einem kurzfristig angesetzten Besuch in der belgischen Hauptstadt.

Quelle: n-tv.de

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