Politik
Hisbollah-Anhänger bei einer Veranstaltung in Beirut.
Hisbollah-Anhänger bei einer Veranstaltung in Beirut.(Foto: dpa)

Hisbollah wird aktiv: Syrien schießt Drohne ab

Angeblich mischt sich die libanesische Miliz Hisbollah vom Iran unterstützt in den syrischen Bürgerkrieg ein. Die Rebellen drohen mit Vergeltung, Israel überwacht die Situation wohl mit Drohnen. Die Assad-Regierung schießt eines der unbemannten Flugzeuge ab, heißt es im Libanon.

Die syrische Luftabwehr hat nach unbestätigten Medienberichten eine israelische Drohne abgeschossen. Das unbemannte Flugobjekt sei nahe der Grenze zum Libanon von einer Boden-Luftrakete getroffen worden und nahe des libanesischen Dorfes Janta abgestürzt, berichten libanesische Medien, die von der "Times of Israel" zitiert werden. Augenzeugen sagen angeblich brennende Trümmerteile vom Himmel fallen. Das israelische Militär wollte die Berichte nicht kommentieren.

In Israel gibt es Sorgen, dass aus Syrien moderne Waffen zur Schiiten-Miliz Hisbollah im Südlibanon gelangen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Aufklärungsdrohnen das Gebiet überwachen.

Die Rebellengruppe FSA droht mit Angriffen auf die Hisbollah. FSA-Chef Selim Idriss wirft der vom Iran unterstützen Gruppe vor, sich militärisch in den Syrien-Konflikt einzumischen. Mitglieder der Miliz hätten syrische Dörfer in der Region Kusseir angegriffen. Das könne nicht hingenommen werden: "Wir haben gestern angekündigt, dass die Freie Syrische Armee reagieren wird, wenn das nicht innerhalb von 24 Stunden aufhört." Die Hisbollah ist schiitisch geprägt und unterstützt die Regierung von Präsident Baschar al-Assad in Damaskus, während der Großteil der syrischen Bevölkerung sowie die Aufständischen Sunniten sind.

Kampfflugzeug abgeschossen

Die den Rebellen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet unterdessen, die Aufständischen hätten in der Provinz Damaskus ein Kampfflugzeug der Regierung abgeschossen. Die Beobachtungsstelle verbreitet ein Amateurvideo, auf dem der Absturz eines brennenden Flugzeugs zu sehen ist. Zuvor habe es einen Luftangriff mit neun Toten und dutzenden Verletzten gegeben. Von unabhängiger Seite waren die Berichte nicht zu bestätigen.

In der Kommandozentrale der FSA in Damaskus schlug eine Rakete ein. Dabei seien einer der Anführer und weitere Kämpfer verletzt worden, teilte ein Rebellensprecher mit. Vor drei Wochen haben die Rebellen eine Offensive gegen die Regierungstruppen in Damaskus begonnen.

Brahimi bleibt

Die Entwicklung in Syrien soll auch weiterhin von Lakhdar Brahimi begleitet werden. Der Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga ist mit einer Verlängerung seines Mandats einverstanden. Geplant seien weitere sechs Monate, sagte ein UN-Diplomat. Brahimi habe "den Eindruck, dass seine Mission noch nicht abgeschlossen ist". Brahimis erstes Mandat endet am Freitag.

Der frühere algerische Außenminister war am 1. September 2012 als Syrien-Sondergesandter auf den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan gefolgt. Weder Annan noch Brahimi konnten den Konflikt bisher befrieden, bei dem schon mehr als 70.000 Menschen starben.

Quelle: n-tv.de

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