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Ein Junge in der Provinz Idlib guckt misstrauisch in die Kamera: Der Bericht spricht von "Gefängnissen unter freiem Himmel".
Ein Junge in der Provinz Idlib guckt misstrauisch in die Kamera: Der Bericht spricht von "Gefängnissen unter freiem Himmel".(Foto: REUTERS)

Erschreckender Bericht: Syrische Kinder müssen Tierfutter essen

Mehr als 260.000 Menschen sind seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien umgekommen, darunter viele Kinder. Eine Hilfsorganisation beschreibt die "Kindheit in Trümmern", an der auch die brüchige Waffenruhe bislang nichts ändert.

Vor dem fünften Jahrestag des Beginns des syrischen Bürgerkriegs hat die Hilfsorganisation Save the Children das Leid von Kindern in belagerten Gebieten des Landes beklagt. Luftangriffe stellten "den größten Schrecken dar, denen die Familien in den belagerten Gebieten Syriens ausgeliefert sind", erklärte Save the Children. Dabei kämen häufig auch Fassbomben zu Einsatz.

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Eltern bezeugten nicht nur die traumatisierenden Auswirkungen der Angriffe auf Kinder, erklärte die Organisation anlässlich der Vorstellung ihres Berichts "Kindheit in Trümmern". Sie berichteten auch von "dramatischen Konsequenzen" der Belagerungen wie Hunger und Unterernährung sowie Mangel an grundlegender medizinischer Versorgung und sauberem Wasser.

"Gefängnisse unter freiem Himmel"

"Zahlreiche Kinder sind bereits an Hunger gestorben, andere ernähren sich einmal täglich von gekochten Blättern oder von Tierfutter", erklärte Save the Children. Ärzte müssten bei Kerzenlicht operieren, es stünden immer weniger Medikamente zur Verfügung, "Babys und Kleinkinder sterben", hieß es weiter. Scharfschützen drohten mit Erschießungen, die belagerten Gebiete seien "Gefängnisse unter freiem Himmel".

In dem Bericht schildert Save the Children nach eigenen Angaben die Lage einer Viertelmillion Kinder in belagerten Gebieten. Für den Bericht wurden demnach mehr als 126 Mütter, Väter und Kinder befragt, die unter Belagerung leben. Save the Children forderte, dringend alle Belagerungen aufzuheben und unverzüglich dauerhaften Zugang für humanitäre Hilfe in allen betroffenen Gegenden zuzulassen.

Der Konflikt in Syrien hatte Mitte März 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Staatschef Baschar al-Assad begonnen. Er weitete sich zu einem Bürgerkrieg aus, in dem nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits mehr als 260.000 Menschen getötet wurden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Derzeit gilt eine Waffenruhe, die aber brüchig ist. Für die kommenden Tage sind Friedensgespräche in Genf geplant.

Quelle: n-tv.de

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