Proteste gegen Montis SparpläneTausende demonstrieren in Rom

Italien ächzt unter den Sparzwängen und Kürzungen, die Premier Monti dem Land auferlegt hat. Er will es aus der Schuldenkrise bringen. Doch die Gegner seines strikten Sparkurses sammeln sich.
Zehntausende Menschen haben
in Rom gegen die Krisenpolitik des italienischen Regierungschefs Mario Monti demonstriert.
Am Rande des Protestzuges in der Hauptstadt gab es Ausschreitungen. Unterdessen
drohte der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dem Sturz der Regierung
Monti.
Die Demonstranten in Rom
folgten einem Aufruf kleinerer linker Parteien, Vereine und Gewerkschaften, im Rahmen
eines "No-Monti-Day" gegen die Sparmaßnahmen der Regierung zu protestieren.
Der Demonstrationszug wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet, um Ausschreitungen
wie bei einer Demonstration in Rom vor knapp einem Jahr zu verhindern. Kleine Gruppen
von Jugendlichen schleuderten aus dem Demonstrationszug heraus Eier, Flaschen und
Knaller auf Bankfilialen und später auch auf Sicherheitskräfte.
"Mit einem Europa,
das sich auflehnt, lasst uns die Regierung Monti verjagen", stand auf einem
riesigen Spruchband am Kopf des Demonstrationszuges. Die Teilnehmer hielten Marionetten
hoch, die neben Monti auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack
Obama darstellten. Neben kommunistischen Gruppierungen wurde die Demonstration auch
vom Bündnis gegen den Schnellzug zwischen Turin und Lyon sowie von Studenten- und
Armenbewegungen unterstützt.
Monti will bald entscheiden
Berlusconis Mitte-Rechts-Block
werde angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in den kommenden
Tagen entscheiden, ob Monti das Vertrauen entzogen werde oder nicht, sagte Berlusconi.
Monti steht einer Übergangsregierung von Technokraten vor, die nicht vom Volk gewählt
ist. Sie wird aber gestützt von den Blöcken Mitte-Rechts, Mitte-Links und dem Zentrum.
Sollte Monti die Unterstützung des gesamten Mitte-Rechts-Blocks verlieren, stünde
er vor dem Rücktritt. Zu dem Block gehört auch Berlusconis PDL.
Anfang November 2011 hatten
in Rom Zehntausende an einer Demonstration der "Empörten" gegen die Sparpolitik
des damaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi teilgenommen. Wenige Tage später
kündigte Berlusconi seinen Rücktritt an.