Politik

Proteste gegen Montis SparpläneTausende demonstrieren in Rom

27.10.2012, 21:52 Uhr
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Proteste am "No-Monti-Day" gegen die Regierung in Rom. (Foto: AP)

Italien ächzt unter den Sparzwängen und Kürzungen, die Premier Monti dem Land auferlegt hat. Er will es aus der Schuldenkrise bringen. Doch die Gegner seines strikten Sparkurses sammeln sich.

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Zehntausende demonstrierten - zumeist friedlich. (Foto: AP)

Zehntausende Menschen haben

in Rom gegen die Krisenpolitik des italienischen Regierungschefs Mario Monti demonstriert.

Am Rande des Protestzuges in der Hauptstadt gab es Ausschreitungen. Unterdessen

drohte der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dem Sturz der Regierung

Monti.

Die Demonstranten in Rom

folgten einem Aufruf kleinerer linker Parteien, Vereine und Gewerkschaften, im Rahmen

eines "No-Monti-Day" gegen die Sparmaßnahmen der Regierung zu protestieren.

Der Demonstrationszug wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet, um Ausschreitungen

wie bei einer Demonstration in Rom vor knapp einem Jahr zu verhindern. Kleine Gruppen

von Jugendlichen schleuderten aus dem Demonstrationszug heraus Eier, Flaschen und

Knaller auf Bankfilialen und später auch auf Sicherheitskräfte.

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Europa sollte sich auflehnen gegen Merkel, fordern die Demonstranten. (Foto: AP)

"Mit einem Europa,

das sich auflehnt, lasst uns die Regierung Monti verjagen", stand auf einem

riesigen Spruchband am Kopf des Demonstrationszuges. Die Teilnehmer hielten Marionetten

hoch, die neben Monti auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack

Obama darstellten. Neben kommunistischen Gruppierungen wurde die Demonstration auch

vom Bündnis gegen den Schnellzug zwischen Turin und Lyon sowie von Studenten- und

Armenbewegungen unterstützt.

Monti will bald entscheiden

Berlusconis Mitte-Rechts-Block

werde angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in den kommenden

Tagen entscheiden, ob Monti das Vertrauen entzogen werde oder nicht, sagte Berlusconi.

Monti steht einer Übergangsregierung von Technokraten vor, die nicht vom Volk gewählt

ist. Sie wird aber gestützt von den Blöcken Mitte-Rechts, Mitte-Links und dem Zentrum.

Sollte Monti die Unterstützung des gesamten Mitte-Rechts-Blocks verlieren, stünde

er vor dem Rücktritt. Zu dem Block gehört auch Berlusconis PDL.

Anfang November 2011 hatten

in Rom Zehntausende an einer Demonstration der "Empörten" gegen die Sparpolitik

des damaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi teilgenommen. Wenige Tage später

kündigte Berlusconi seinen Rücktritt an.

Quelle: ntv.de, AFP