Politik

Neue Attacke in Südfrankreich: Teenager greift Juden mit Machete an

Auf dem Weg zu seiner Schule wird ein jüdischer Lehrer am frühen Morgen auf offener Straße angegriffen: Der 15-jährige mutmaßliche Täter ruft "Allah ist groß", bevor er auf den Mann losstürmt - und bekennt sich zum Islamischen Staat.

Im südfranzösischen Marseille hat ein Jugendlicher am Morgen einen jüdischen Lehrer mit einer Machete angegriffen und verletzt. Nach Angaben der Behörden attackierte der 15-Jährige den Mann auf offener Straße, als dieser gerade auf dem Weg zu seiner Schule war. Der 35-Jährige trug eine Kippa - die typische Kopfbedeckung für männliche Juden. Offenbar wurde er bei der Attacke leicht an Hand und Rücken verletzt.

Innenminister Bernard Cazeneuve sprach via Twitter von einer "widerlichen antisemitischen Aggression", und auch die französische Polizei stufte den Vorfall als "eindeutig antisemitisch" ein. Französischen Medien zufolge soll es sich um einen gebürtigen Türken handeln, der behauptet, im Namen Gottes und des Islamischen Staates (IS) gehandelt zu haben. Der Teenager war offenbar nicht vorbestraft. Einer jüdischen Institution in Marseille zufolge wurde bei dem Teenager auch ein Messer gefunden.

Bei der Attacke auf den 35-Jährigen soll er zudem "Allahu Akbar", Allah ist groß, gerufen haben. Danach floh der Junge zu Fuß, während er die Machete am Tatort zurückließ. Bereits wenige Minuten später konnte er allerdings von der Polizei festgenommen werden. Aus dem Umfeld der Ermittler hieß es, dass der Angreifer zwar "sehr überdreht" und offenbar nicht "im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte" gewesen sei. Zugleich habe er seine Tat aber anerkannt.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Cazeneuve übermittelte dem Opfer seine Solidarität und erklärte, die Justiz kümmere sich um den Fall. Die Staatsanwaltschaft von Marseille leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes sowie wegen "Verherrlichung von Terrorismus" gegen den Jugendlichen ein. In Frankreich, wo die größte jüdische Gemeinde Europas lebt, kommt es immer wieder zu antisemitischen Übergriffen.

Erst im Januar 2015 hatte der Islamist Amédy Coulibaly - nur zwei Tage nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" - in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris vier Juden ermordet. Nur einen Monat später attackierte ein Mann drei französische Soldaten vor einem jüdischen Zentrum in Südfrankreich mit einem Messer. Sie waren dort als Wachpersonal im Einsatz gewesen.

Quelle: n-tv.de

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