Politik
Seit Tagen protestieren Schiiten gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien - hier in Bagdad.
Seit Tagen protestieren Schiiten gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien - hier in Bagdad.(Foto: REUTERS)

Luftangriff auf iranische Botschaft: Teheran erhebt Vorwürfe gegen Saudis

Seit Tagen herrscht diplomatische Eiszeit zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Ein Luftangriff auf die iranische Botschaft im Jemen gießt neues Öl ins Feuer. Der Iran erhebt schwere Vorwürfe.

Video

Der Streit zwischen dem Iran und Saudi-Arabien droht außer Kontrolle zu geraten: Die iranische Regierung wirft dem Erzrivalen vor, seine Botschaft im Jemen mit Kampfflugzeugen angegriffen zu haben. Dabei sollen Teile der Botschaft beschädigt und einige Sicherheitsbeamte verletzt worden sein. "Wir verurteilen diesen bewussten und vorsätzlichen Angriff Saudi-Arabiens", sagte der iranische Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Der Angriff verstoße gegen internationale Konventionen und die Saudis müssten für alle Schäden aufkommen. Außerdem werde der Iran gegen den Vorfall auch juristisch vorgehen.

Im Jemen fliegt eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz Luftangriffe auf schiitische Huthi-Rebellen. Ein Sprecher des Bündnisses erklärte, man werde die Vorwürfe überprüfen. Die Rebellen hätten mehrere geräumte Botschaften für ihre Kampfeinsätze genutzt, die Angriffe hätten ihnen gegolten.

Die Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift. Der Krieg im Jemen gilt deswegen auch als Stellvertreterkonflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran.

Hinrichtungen, brennende Botschaften und Einfuhrverbote

Die Spannungen zwischen den beiden Erzrivalen hatten sich nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag erheblich verschärft. Unter anderem stürmte eine schiitische Menschenmenge daraufhin die saudi-arabische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran und legte mehrere Brände. Saudi-Arabien und mehrere seiner Verbündeten brachen daraufhin die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

Zuletzt hatte der Iran an diesem Donnerstag ein Einfuhrverbot für sämtliche Produkte aus Saudi-Arabien verhängt und ein Verbot für Pilgerreisen nach Mekka auf unbefristete Zeit bestätigt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen