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Mariam Jahya Ibrahim Ishaq hat ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Die Todesstrafe soll vollstreckt werden, sobald es zwei Jahre alt ist.
Mariam Jahya Ibrahim Ishaq hat ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Die Todesstrafe soll vollstreckt werden, sobald es zwei Jahre alt ist.(Foto: Screenshot/n-tv.de)

Verurteilte Christin im Sudan: Todeskandidatin bringt Tochter zur Welt

Der Fall sorgt international für Empörung: Eine schwangere Christin wird im Sudan zum Tode verurteilt. Nun bekommt sie im Gefängnis ihr Kind - eine Tochter namens Maya. Mit der Geburt beginnt für die Frau eine tödliche Frist.

Die junge Christin, die im Sudan zum Tode verurteilt wurde, hat im Gefängnis ihr zweites Kind bekommen. Die 27-jährige Meriam Jahia Ibrahim Ishaq habe eine Tochter namens Maya zur Welt gebracht, sagte ein westlicher Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte. Mutter und Kind gehe es anscheinend gut, ihre Situation sei jedoch "grausam". Der Anwalt der Frau sagte, Ibrahim habe das Kind im Krankenhaustrakt des Gefängnisses zur Welt gebracht. "Weder ihrem Mann noch mir war es bisher erlaubt, die beiden zu sehen."

Ein Gericht in der Hauptstadt Khartum hatte Ibrahim Mitte Mai wegen Abfalls vom islamischen Glauben zum Tod durch Erhängen verurteilt. Das Todesurteil soll vollstreckt werden, sobald das Kind zwei Jahre alt ist - damit läuft nun die Frist für Ibrahim.

Die junge Frau, die bereits einen 20 Monate alten Sohn hat, wurde zudem zu hundert Peitschenhieben wegen Ehebruchs verurteilt. Der Fall hatte international für Empörung gesorgt. Ihr Ehemann, der im Rollstuhl sitzt, hatte sich nach dem Urteil in einem Interview verzweifelt an die Öffentlichkeit gewandt.

Ibrahim war von ihrer Mutter christlich-orthodox erzogen worden, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte. Die Anklage des Ehebruchs wurde wegen ihrer Ehe mit einem Christen erhoben. In der sudanesischen Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, darf eine Muslima keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Die Frau selbst sagt jedoch, sie sei nie eine Muslima gewesen.

Quelle: n-tv.de

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